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Pandora's Box - Pandoranin kutusu

TR/FR/DE/BE 2008, 112 Min., OV/df, Regie: Yeşim Ustaoğlu, mit Tsilla Chelton, Derya Alabora, Övül Avkiran, Onur Ünsal

Rezension von Geri Krebs

Drei Geschwister, alle zwischen vierzig und fünfzig, erfahren im fernen Istanbul, dass ihre greise Mutter an ihrem Wohnort, einem kleinen Dorf über den Bergen am Schwarzen Meer, verschwunden ist. Das Geschwistertrio macht sich gemeinsam auf die Suche und findet die Mutter schliesslich in einem Wald.

Paradise - Ma Dar Behesht

DE/IR 2015, OV/df, 99 Min., Regie: Sina Ataeian Dena, mit Dorna Dibaj

Nagellack und Lippenstift, Fussball in der Zehn-Uhr-Pause. Immer wieder loten die Mädchen einer Vororts-Schule von Teheran ihre Grenzen aus. Hier unterrichtet die 24-jährige Hanieh.

 

Parallel Lives

CH 2021, OV/df, 139', Regie: Frank Matter, Dokumentarfilm mit Zukiswa Ramncwana, Michel Berandi, Melissa Hensy, Li Pujian

Filmkritik von Walter Gasperi

Frank Matter zeichnet in seinem Dokumentarfilm das Leben von vier Menschen nach, die wie er am 8. Juni 1964 geboren wurden, und verknüpft die Biographien mit seinem Leben und den weltgeschichtlichen Ereignissen: Eine ebenso spannende wie reichhaltige Zeitreise, bei der der Basler Filmemacher nicht nur über den Wandel der Welt, sondern auch über Zufall und Schicksal reflektiert.

Paranoid Park

F/USA 2007, 85 Min., OV/df, Regie: Gus Van Sant, mit Gabe Nevins, Jake Miller, Taylor Momsen

Pressetext

Für Alex, den eher stillen Teenager aus einer Mittelstandsfamilie in Portland, ist sein Skateboard der Lebensmittelpunkt. Die besten Skater treffen sich im Paranoid Park. Bei einem tragischen Unfall kommt durch Alex’ Schuld ein Sicherheitsbeamter ums Leben. Alex spricht mit niemandem darüber und versucht, sein normales Leben weiter zu führen – auch als die Polizei an der Schule ermittelt und heraus zu finden versucht, ob es sich um einen Unfall oder um ein Verbrechen handelt.

 

Parcours d'amour

FR 2014, 89 Min., F/d, Regie: Bettina Blümner, Dokumentarfilm

Ein Tanzpalast in Paris lädt zum Stelldichein der einsamen Herzen. Eugène, Gino und Christiane haben die Blüte ihres Lebens schon hinter sich. Dies hält sie jedoch nicht davon ab, ihre freie Zeit tanzend und feiernd zu verbringen. Im ‚Memphis‘ treffen sie auf Gleichgesinnte – und leben ihre Sehnsucht nach Zweisamkeit beim Tanzen aus.

Paris

F 2008, 129 Min., F/d, Regie: Cédric Klapisch, mit Romain Duris, Juliette Binoche, Mélanie Laurent, Fabrice Luchini, François Cluzet, Karin Viard, Albert Dupontel

Pressetext

Paris, die Stadt der Liebe, die Stadt der Emotionen und des Chaos. Im Alltag der Millionenmetropole prallen Welten aufeinander, wenn sich die Wege ganz normaler, aber völlig individueller Menschen kreuzen: Die Marktverkäufer entpuppen sich als wahre Philosophen und sind ebenso Teil des Grossstadt-Kosmos wie die unzufriedene Bäckersfrau, der liebeskranke Professor und die lebenslustige Studentin. Sie alle haben ihre eigene Geschichte, die sich hier wie ein Flickenteppich vor dem Zuschauer aufrollt.

 

Paris, Paris - Faubourg 36

F 2007, 120 Min., OV/d, Regie: Christophe Barratier, mit Gérard Jugnot, Clovis Cornillac, Kad Merad, Nora Arnezeder, Pierre Richard

Pressetext

Mitte der 30er Jahre in Paris. Die Belegschaft des Musiktheaters 'Chansonia', kämpft darum, das geschlossene Haus mit einer eigenen Show wieder zu eröffnen – allen voran die drei Freunde Pigoil (Gérard Jugnot), Milou (Clovis Cornillac) und Jacky (Kad Merad). Als Pigoil das Sorgerecht von seinem Sohn Jojo (Maxence Perrin) entzogen wird, bricht für den arbeitslosen Bühnenarbeiter eine Welt zusammen.

Parlez-Moi De La Pluie

FR 2008, 98 Min., OV/df, Regie: Agnès Jaoui, mit Agnès Jaoui, Jamel Debbouze, Jean-Pierre Bacri

Rezension von Cindy Hertach

Die Feministin und ehrgeizige Politikerin Agathe Villanova zieht sich für einige Tage nach Südfrankreich in das Haus ihrer Kindheit zurück. Diese Gelegenheit will der ebenso abgehalfterte wie uninspirierte Filmemacher Michel Ronsard dazu nutzen, um mit der Unterstützung seines talentierten Assistenten Karim eine Dokumentation über Villanovas Karriere zu drehen.

 

Partir

FR 2009, 85 Min., F/d, Regie: Catherine Corsini, mit Kristin Scott-Thomas, Sergi López, Yvan Attal

Rezension von Cindy Hertach

Es ist die auf den ersten Blick klassische Geschichte einer tragischen Liebe, die uns Catherine Corsini in scheinbar harmlosen und sonnendurchfluteten Bildern vermittelt: Die schöne Arztgattin Suzanne lebt mit ihrer Familie ein bürgerliches und behagliches Leben in Südfrankreich.

Party Girl

FR 2014, 95 Min., F/d, Regie: Marie Amachoukeli, Claire Burger, Samuel Theis, mit Angélique Litzenburger, Joseph Bour, Mario Theis

Ihr Leben lang tanzt die 60-jährige Angélique schon durch die Nächte des Rotlichtmilieus. Immer noch glaubt sie an die Liebe und geniesst die Männer. Jetzt aber will sie noch einmal versuchen, alles besser zu machen.

 

Pas Douce

CH 2006, 85 Min., F/d, Regie: Jeanne Waltz, mit Isild Le Besco, Steven de Almeida, Lio, Yves Verhoeven

Pressetext

Die 24-jährige Krankenschwester und Sportschützin Frédérique (Isild Le Besco) hört in einem abgelegenen Waldstück, wie zwei Jugendliche sich streiten.

Patti Cake$

US 2017, OV/df, 108 Min., Regie: Geremy Jasper, mit Danielle Macdonald, Bridget Everett, Cathy Moriarty, Mamoudou Athie

Die übergewichtige 23-jährige Patricia Dombrowski, alias Patti Cake$, alias Killa P, alias Dumbo, schreibt in jeder freien Minute Texte und singt.

 

Patti Smith: Dream Of Life

USA 2007, 109 Min., OV/df, Dokumentarfilm, Regie: Steven Sebring, mit Patti Smith, Sam Shepard, Tom Verlaine, Jackson Smith

Pressetext

Vor fast zwölf Jahren besuchte der Fotograf Steven Sebring sein erstes Patti-Smith-Konzert. Ihr Auftritt beeindruckte ihn so sehr, dass er Patti Smith bat, sie fotografieren und filmen zu dürfen. Aus dem, was damals durchaus experimentellen Charakter besass – denn Steven Sebring verfügte über keinerlei professionelle Filmerfahrung –, entwickelte sich eine filmische Langzeitbeobachtung und ein sehr persönliches „bio-pic“, dessen Aufnahmen Patti Smith selbst kommentiert.
(Look Now!)

Pause

CH 2014, 82 Min., F/d, Regie: Mathieu Urfer, mit Baptiste Gilliéron, Julia Faure, André Wilms

Der Singer-Songwriter Sami führt ein unbeschwertes Leben und hat keine grossen Ansprüche. Seit vier Jahren sind er und die so schöne wie erfolgreiche Julia ein Paar. Als sie eine Beziehungspause will, fällt Sami aus allen Wolken. Was nun? Zum Glück ist da sein bester Freund, der in einem Altersheim lebende und begnadete Musiker Fernand. Mit seiner Unterstützung beschliesst Sami, Julia zu zeigen, dass sie seine grosse Liebe ist...

 

Pausenlos

CH 2008, 85 Min., D/CH-Dialekt, Regie: Dieter Gränicher, mit Karlheinz A. Geissler, Didier Plaschy, Gabriela Bohl

Rezension von Geri Krebs

Wir alle leben ein gehetztes Leben, eilen von Termin zu Termin, glauben immer erreichbar sein zu müssen, und irgendwann fragen wir uns, wo eigentlich unsere Zeit hingekommen ist. Der Schweizer Dokumentarfilmer Dieter Gränicher, der 2002 mit „Seelenschatten“ einen grossartigen Film über depressive Menschen realisiert hat, porträtiert in seinem neuesten Filmessay eine Handvoll Leute, die versuchen, einen bewussteren Umgang mit der Zeit zu finden als das Gros der gestressten Zeitgenossen.

Pepperminta

CH 2009, 84 Min., D, Regie: Pipilotti Rist, mit Ewelina Guzik, Sven Pippig, Sabine Timoeteo, Elisabeth Orth, Noemi Leonhardt

Rezension von Irene Genhart

Pipilotti Rist, ihres Zeichens arrivierte Schweizer Video- und Installations-Künstlerin, hat ihren ersten langen Kinofilm gedreht. „Pepperminta“ titelt dieser, den Namen seiner Protagonistin tragend und das passt sehr gut: Denn erfrischend kunter-bonbon-bunt ist „Pepperminta“, ein farbig-fruchtig-blumiges Leinwandstück, geprägt von demselben luftig-verspielten, gleichwohl sanft gesellschaftskritischen Geist, den Rists gesamtes Schaffen durchzieht.

 

Periferic

RUM 2010, 87 Min., OV/df, Regie: Bogdan George Apetri, mit Matilda Ana Ularu, Andrei Andi Vasluianu, Lavinia Ioana Flora, Paul Mimi Branescu

Als Matilda einen Tag Freigang aus dem Gefängnis erhält, beschliesst sie, das Land zu verlassen. Bis zum Abend muss sie ihre Flucht organisiert haben. Mit wilder Entschlossenheit konfrontiert sie sich mit ihrer Familie, ihrem ehemaligen Freund, ihrem kleinen Sohn.

Persepolis

F 2007, OV/d, 90 Min., Regie: Marjane Satrapi, Vincent Paronnaud

Pressetext

Marjane versteht die Welt nicht mehr. Im Teheran der späten Siebziegerjahre verändert die islamische Revolution die ganze Gesellschaft - und auch Marjanes Leben. Das aufgeweckte Mädchen holt sich bei der scharfzüngigen Grossmutter Rat und debattiert nachts mit dem lieben Gott und Karl Marx.

 

Persischstunden

RU/DE/BY 2020, OV/df, D/f, 128', Regie: Vadim Perelman, mit Nahuel Pérez Biscayart, Lars Eidinger, Leonie Benesch, Jonas Nay

Filmkritik von Walter Gasperi

Weil sich ein belgischer Jude als Perser ausgibt, wird er nicht hingerichtet, sondern soll im KZ einen SS-Offizier in Farsi unterrichten. So entwickelt sich in Vadim Perelmans spannendem Drama eine ungewöhnliche Lehrer-Schüler-Beziehung, bei der aber immer auch an die Schrecken der Shoa erinnert wird.

Peter K. - Alleine gegen den Staat

CH 2021, CH-Dial., 99', Regie: Laurent Wyss, mit Manfred Liechti, Sibylle Brunner, Stefanie Günter Pizarro

Filmkritik von Oliver Camenzind

Diese wahre Erzählung wirft einen dokumentarischen, fast zu unspektakulären Blick auf die Leidensgeschichte des Aussenseiters Peter Kneubühl.

 

Petite Nature

FR 2021, F/d, 93', Regie: Samuel Theis, mit Aliocha Reinert, Antoine Reinartz, Mélissa Olexa

Der 10-jährige Blondschopf Johnny ragt heraus: Er scheint weder zu seiner taffen, aber zuweilen völlig überforderten Mutter Sonia, noch in die Sozialsiedlung im Nordosten Frankreichs zu passen, in die sie kürzlich umgezogen sind. Mit neugierigem Blick geht der sensible Junge durch die Welt und interessiert sich für Dinge weit über seinem Altershorizont.

Phantom Thread

US 2017, E/df, 130 Min., Regie: Paul Thomas Anderson, mit Daniel Day-Lewis, Lesley Manville, Vicky Krieps

Niemand kann Reynolds Woodcock in Sachen Mode und Schneiderkunst das Wasser reichen. Unterstützt von seiner Schwester Cyril kleidet er Adlige, Filmstars, Erbinnen, Damen aus der Society und Debütantinnen im London der Nachkriegsjahre ein.

 

Photograph

IN/US/DE 2018, OV/df, 110 Min., Regie: Ritesh Batra, mit Sanya Malhotra, Nawazuddin Siddiqui

Filmkritik von Stefan Volk

Laut und hektisch, so stellt man sich das Leben in der Millionenmetropole Mumbai gemeinhin vor. Schrill und bunt, was das indische Kino daraus macht. Beides stimmt, und es stimmt auch wieder nicht. Neben der schillernden Perspektive Bollywoods existieren noch andere Blickwinkel auf die Menschen in Mumbai. Zum Beispiel der träumerisch ruhige und poetisch nachdenkliche in Ritesh Batras Photograph.

Picnic

Rumänien 2008, 84 Min., OV/df, Regie: Adrian Sitaru, mit Adrian Titeni, Ioana Flora, Maria Dinulescu

Rezension von Andrea Lüthi

Mihai und Iubi fahren zum Sonntagspicknick; sie streiten sich. Plötzlich gibt es einen Knall, eine Frau liegt reglos vor dem Auto. Als das Paar Fahrerflucht begehen will, schlägt die angefahrene Frau die Augen auf. Iubi und Mihai bleibt nichts anderes übrig, als den Wunsch der kindlich-unbeschwerten Ana zu akzeptieren und sie zum Picknick mitzunehmen.

 

Pina

DE 2011, 103 Min., OV/df, Regie: Wim Wenders, mit: Tanztheater Wuppertal

Rezension von Irene Genhart

Wim Wenders „Pina“ ist eine glühende Hommage an die weltberühmte Wuppertaler Tanztheater-Gründerin Pina Bausch – und einer der ersten Filme, die eine Kinozukunft in Real-3D nicht mehr nur als puren Albtraum erscheinen lassen.

Pleasure

SE/NL/FR 2020, OV/df, 109', Regie: Ninja Thyberg, mit Sofia Kappel, Revika Anne Reustle, Evelyn Claire

Filmkritik von Susanne Gottlieb

«Business or Pleasure», Geschäftlich oder Vergnügen, fragt der Immigrationsbeamte Linnéa, als sie zum ersten Mal die USA betritt. «Pleasure», erklärt diese lapidar. Und das meint sie auch so. Die junge Schwedin will unter dem Pseudonym Bella Cherry in der Pornoindustrie Karriere machen. Warum, fragt sie ein Co-Star später, sie könne doch so viel anderes mit ihrem Leben machen. Die Antwort: «Ich bin hier, weil ich ficken möchte».

 

Polder

CH 2015, D, 90 Min., Regie: Samuel Schwarz, Julian M. Grünthal, mit Nina Fog, Christoph Bach, Philippe Graber

Fantastic Film Festival Trieste 2016: Méliès d'Argent für den Besten Europäischen Fantastic Film
Nocturna Festival Madrid 2016: 6 Preise

Polish Prayers

CH/PL 2022, OV/df, 84', Regie: Hanka Nobis, Dokumentarfilm

Der 22-jährige Antek ist dazu ausersehen, zum religiösen Anführer der ultrakonservativen Polnischen Bruderschaft aufzusteigen. Diese organisiert Gegendemonstrationen zu LGBTQI-Veranstaltungen und trifft sich zu Männlichkeitsritualen im Wald. Doch als Antek kurz vor der Beförderung steht, beginnt er, die moralischen Grundsätze zu hinterfragen, für die er jahrelang gekämpft hat.

 

Ponyo

JP 2008, 101 Min., OV/df, Regie: Hayao Miyazaki, Animationsfilm

Rezension von Doris Senn

"Ponyo“ ist ein für Kinder gestalteter Anime des 70-jährigen Hayao Miyazaki („Spirited Away“). In Anlehnung an das Andersen-Märchen von der „Kleinen Seejungfrau“ wird darin vom Goldfischmädchen Ponyo erzählt, das sich in den Menschenjungen Sosuke verliebt und sich in der Folge selbst in ein Menschenkind verwandelt. Weil Ponyo dabei das Zauberelixier verschüttet, droht ein Riesen-Tsunami die Zivilisation zu verschlingen...

Porto

PT/FR 2016, OV/df, 75 Min., Regie: Gabe Klinger, mit Anton Yelchin, Lucie Lucas

Zurich Film Festival: Special Screening
San Sebastian Intl. Film Festival

 

Post Tenebras Lux

MEX 2012, 118 Min., OV/df, Regie: Carlos Reygadas, mit Adolfo Jimenez Castro, Nathalia Acevedo, Willebaldo Torres

Juan und Natalia sind ein offensichtlich wohlhabendes Paar mit zwei kleinen Kindern, Rut und Eleazar, die sich ein schönes Anwesen auf dem Land gekauft haben, um dort zu leben.

Poulet aux prunes

FR/DE 2011, 93 Min., F/d, Regie: Marjane Satrapi, Vincent Paronnaud, mit Mathieu Amalric, Isabella Rossellini, Jamel Debbouze

Rezension von Cindy Hertach

Der zweite Kinofilm der iranischen Comic-Zeichnerin Marjane Satrapi („Persepolis“) ist für einmal kein düsterer Trickfilm, sondern eine bonbonfarbene Liebesgeschichte. Darin möchte ein trauriger Geigenspieler sterben – aber nicht ohne noch einmal von seiner grossen Jugendliebe geträumt zu haben.

 

Poupoupidou

FR 2010, 102 Min., OV/df, Regie: Gérald Hustache-Mathieu, mit Jean-Paul Rouve, Sophie Quinton, Guillaume Gouix

Pressetext

Endlich wieder einmal ein spannender, intelligenter Thriller aus Frankreich! Ein Film, der Erinnerungen an den Klassiker «Fargo» der Gebrüder Coen und ans filmische Universum von David Lynch weckt. Zugleich glänzt «Poupoupidou» mit unnachahmlichen eigenen Ideen und einem wunderbaren französischen Flair.

Pranzo Di Ferragosto

I 2008, 75 Min., OV/df, Regie: Gianni Di Gregorio, mit Valeria De Franciscis, Marina Cacciotti, Maria Calì, Grazia Cesarini Sforza, Alfonso Santagata und Gianni Di Gregorio

Rezension von Irene Genhart

Der Protagonist dieser römischen Sommerkomödie gehört zu einer Gattung Mensch, die man im Kino nur selten trifft: Gianni, Mitte Vierzig, vermutlich homosexuell, ist ein ausgewachsenes Muttersöhnchen. Er wohnt nicht nur seit eh und je mit seiner Mutter, sondern führt, da Mama inzwischen hoch betagt ist, auch den Haushalt, amtiert als Pfleger und Unterhalter.

 

Prater

A/D 2007, D, 104 Min., Dokumentarfilm, Regie: Ulrike Ottinger, Gäste: Elfriede Jelinek, Elfriede Gerstl, Ursula Storch, Werner Schwarz, Herbert J. Wimmer, Veruschka von Lehndorff, Robert Kaldy-Karo, Erzähler: Peter Fitz

Pressetext

Praterdynastien erzählen vom Schaustellerleben. Wir begegnen den Nachkommen des "Manns ohne Unterleib", der um 1900 mit Frau und Kindern eine Vielzahl bis heute bestehender Vergnügungsbetriebe gründete.

Precious

USA 2010, 110 Min., E/df, Regie: Lee Daniels, mit Gabourey 'Gabby' Sidibe, Mo'Nique, Mariah Carey, Lenny Kravitz, Paula Patton, Sherri Shepherd

Rezension von Christine Stark

Wenn „bildungsfern“ eine Beschönigung ist, was ist dann Precious („kostbar, geliebt“) als Eigenname für eine übergewichtige 16jährige, die zum zweiten Mal vom eigenen Vater schwanger ist und von der Mutter geschlagen wird?

 

Preparations to Be Together for an Unknown Period of Time

HU 2020, OV/df, 95', Regie: Lili Horvát, mit Natasa Stork, Viktor Bodó, Benett Vilmányi

Filmkritik von Walter Gasperi

In der Schwebe zwischen Liebesfilm und Thriller erzählt die Ungarin Lili Horvát in ihrem zweiten Spielfilm von einer großen Liebe, die vielleicht nur Wunschvorstellung ist. – Präzise Bildsprache und eine starke Natasa Stork in der Hauptrolle übertragen die zunehmende Verunsicherung der Protagonistin direkt auf die Zuschauer*innen.

Presque

FR/CH 2020, F/d, 92', Regie: Alexandre Jollien, Bernard Campan, mit Alexandre Jollien, Bernard Campan, Maryline Canto

Louis ist in Lausanne Direktor eines Bestattungsunternehmens. Als eingefleischter Junggeselle und mit seinen 58 Jahren widmet er sich voll und ganz seinem Beruf und kann sich nicht durchringen in Rente zu gehen.

 

Priscilla

US 2023, OV/df, 113', Regie: Sofia Coppola, mit Cailee Spaeny, Jacob Elordi, Dagmara Dominczyk

Filmkritik von Walter Gasperi

Das Mädchen und der "King": Sofia Coppola erzählt die Geschichte von Priscilla Beaulieu und Elivs Presley als Entwicklungs- und Emanzipationsgeschichte einer jungen Frau. – Herausragend gespielt, großartig ausgestattet und mit viel Feingefühl inszeniert.

Während Baz Luhrmann in "Elvis" mit bombastischer Inszenierung Aufstieg und Fall des "Kings" nachzeichnete und Bühnenauftritte eine zentrale Rolle spielten, erzählt Sofia Coppola ganz aus der Perspektive seiner Geliebten und Gattin Priscilla Beaulieu (Cailee Spaeny).

Schon die erste, 1959 in Deutschland spielende Szene gehört ihr. In Großaufnahme rückt die Kamera von Philippe Le Sourd das Gesicht der 14-Jährigen ins Bild, die erst vor kurzem mit ihrer Mutter und ihrem bei der US-Army arbeitenden Stiefvater in der US-Basis angekommen ist. Ein junger Soldat geht auf sie zu und fragt sie, ob sie Elvis Presley kenne. "Of course, who doesn´t?" ist ihre Antwort und gerne nimmt sie auch die Einladung zu einer Party beim schon berühmten King of Rock 'n' Roll an, muss aber zuerst ihre Eltern um Erlaubnis fragen.

Bestechend evoziert Sofia Coppola die Atmosphäre im bei Wiesbaden gelegenen US-Stützpunkt, in dem Elvis Presley (Jacob Elordi) seinen Militärdienst absolviert. Auf Anhieb fühlt sich der zehn Jahre ältere und rund 20 Zentimeter größere Star zu dem Teenager hingezogen. Ihre Sehnsucht nach der Heimat, seine Trauer über die vor kurzem verstorbene Mutter verbinden sie.

Großartig intensiviert Coppola den ersten Kuss, in dem sie ihn mit dem – freilich erst knapp 10 Jahre später entstandenen - Hit "Crimson and Clover" unterlegt. Doch es bleibt beim Küssen und Kuscheln, denn zurückhaltend und feinfühlig agiert vor allem Elvis. Aber auch schon Aufputschmittel, die sich durch den Film ziehen werden, kommen ins Spiel, wenn er Priscilla Tabletten gibt, um nach langen Nächten am nächsten Tag in der Schule durchzuhalten.

Mit viel Fingerspitzengefühl fängt Coppola, unterstützt von der wunderbar natürlich agierenden und bei den Filmfestspielen von Venedig als beste Darstellerin ausgezeichneten Cailee Spaeny, die anfängliche Unsicherheit des Mädchens ein, das durch die Begegnungen mit Elvis, der von Jacob Elordi ebensfalls mit viel Feingefühl gespielt wird, langsam sicherer und befreiter auftritt.

Keine Eskapaden gibt es hier, sondern für jedes abendliche Treffen wird die Erlaubnis von Priscillas Eltern eingeholt. Nicht weniger intensiv vermittelt Coppola auch Priscillas Liebeskummer, als Elvis nach Ende seines Militärdienstes in die USA zurückkehrt, sie aber mit ihren Eltern in Deutschland bleibt.

Schon glaubt sie sich vergessen, da kommt doch noch ein Anruf. Unter Zusicherung, dass Elvis´ strenger Vater die Vormundschaft übernimmt, darf die noch minderjährige Priscilla allein in die USA übersiedeln, um in Elvis´ Anwesen Graceland einzuziehen und in einer katholischen Highschool ihren Schulabschluss zu machen.

Doch das vermeintliche Paradies entpuppt sich zunehmend als goldener Käfig. Schon das mächtige Tor signalisiert die Abschottung von Graceland. Keine Schulfreundinnen darf sie hierher mitbringen, im Park darf sie nicht ungestört spielen, denn Journalist:innen könnten unangemessene Fotos von ihr machen.

Verloren wirkt die kleine Frau in den weiten Räumen. Auch ihren Geliebten sieht sie nur selten, denn immer wieder ist er auf Tour oder bei Dreharbeiten zu Filmen und aus den Boulevardzeitungen erfährt sie von seinen Affären, die er selbstverständlich immer wieder herunterspielt.

Aber auch Elvis selbst schränkt ihre Freiheit ein, gestaltet sie wie Pygmalion nach seinen Wünschen, wenn er ihr vorschreibt, welche Kleider und Haarfarbe sie tragen und wie sie sich schminken soll, und ihr verbietet einen Job anzunehmen.

Zwar wird schließlich geheiratet (1967) und Priscilla gebärt auch die Tochter Lisa Marie (1968), doch die Beziehung bekommt auch aufgrund der heftigen Gefühlsschwankungen des schwer tablettensüchtigen Rockstars zunehmend Risse, bis Priscilla sich entschließt ihr eigenes Leben zu führen und sich trennt.

Promise Me This - Zavet

Serbien/F 2007, 127 Min., OV/df, Regie: Emir Kusturica, mit Uros Milovanović, Marija Petronijevic, Aleksander Bercek, Miki Manojlovic, Ljiljana Blagojevic, Stribor Kusturica

Pressetext

Auf einem einsamen Hügel im serbischen Hinterland leben Tsane, sein Grossvater und ihre Kuh Cvetka. Zusammen mit ihrer Nachbarin, einer Lehrerin, sind sie die einzigen Bewohner des Dorfes. Eines Tages verkündet Tsanes Grossvater, dass er bald sterben werde und nimmt seinem Enkel vier Versprechen ab: Er soll über die drei Hügel in die nächste Stadt gehen und Cvetka dort auf dem Markt verkaufen, dann mit dem verdienten Geld eine Ikone und ein Andenken kaufen und schliesslich eine Braut finden.

 

Pure Coolness - Boz Salkyn

Kirgistan 2007, 95 Min., OV/df, Regie: Ernest Abdyjaparov, mit Asem Toktobekova, Tynchtyk Abylkasymov, Siezdbek Iskanaliev, Elnura Osmonalieva

Pressetext

Kirgistan ist ein Land der Sehnsucht, eine Landschaft der Träume. In Kirgistan leben aber auch fragwürdige Traditionen weiter. Wer es etwa schafft, die Braut eines Anderen vor der Heirat zu entführen, der darf sie behalten.

Qué Tan Lejos

Ecuador 2006, 92 Min., OV/df, Regie: Tania Hermida, mit: Cecilia Vallejo, Tania Martínez, Pancho Aguirre, Fausto Miño

Pressetext

Ecuador und die Anden bilden das wunderbare Dekor für dieses Roadmovie, in dem zwei junge Frauen unterwegs sind nach Cuenca, der friedlichen Gartenstadt im Süden. Esperanza kommt aus Spanien und reist durch Ecuador auf der Suche nach Entdeckungen und auf den touristisch empfohlenen Spuren. Teresa studiert in Quito, der Hauptstadt Ecuadors. Sie macht sich auf den Weg, ihren Geliebten in Cuenca daran zu hindern, eine andere Frau zu heiraten.

 

Quelques heures de printemps

FR 2012, 108 Min., F/d, Regie: Stéphane Brizé, mit: Vincent Lindon, Hélène Vincent, Emmanuelle Seigner

Im Alter von 48 Jahren sieht sich Alain Evrard (Vincent Lindon) gezwungen, vorübergehend wieder bei seiner Mutter Yvette (Hélène Vincent) einzuziehen. Sie ist eine einfache Frau, eine unnahbare Mutter, er ein ungeschliffener Mann, der vom Leben bereits gezeichnet ist. Beide tun sich seit jeher schwer damit, sich auch nur die geringste Zuneigung zu zeigen.

Race

US 2016, OV/df, 116 Min., Regie: Stephen Hopkins, mit Stephan James, Jason Sudeikis, Eli Goree

Ohio, 1934. Der schwarze Ausnahme-Athlet Jesse Owens trainiert unter seinem Coach Larry Snyder, der ihn auf die Olympischen Spiele in Berlin vorbereiten will.

 

Rafiki

KE 2018, OV/df, 82 Min., Regie: Wanuri Kahiu, mit Samantha Mugatsia, Sheila Munyiva, Jimmi Gathu, Nini Wacera

Filmkritik von Doris Senn

«Endlich siehst du aus wie eine richtige Frau!», meint Kenas Mutter, als ihre Teenagertocher sich widerwillig in ein Kleid stecken lässt. Kena trägt lieber Hosen, Shirt und Mütze, fährt Skateboard und hängt mit den Jungs rum – vor allem mit Blacksta, ihrem besten Kumpel, der heimlich in sie verliebt ist.

Ramen Shop

SG/JP/FR 2018, OV/df, 89 Min., Regie: Eric Khoo, mit Takumi Saitoh, Seiko Matsuda, Tsuyoshi Ihara

Für den jungen Koch Masato ist Ramen mehr als Nudelsuppe: Die Welt der Düfte und Aromen ist seine Leidenschaft und voller Erinnerungen an die jung verstorbene Mutter. Seine Eltern lernten sich in Singapur kennen und eröffneten Jahre später in Japan ihr eigenes Restaurant.

 

Rapito

IT 2023, OV/df, 135', Regie: Marco Bellocchio, mit Paolo Pierobon, Fausto Russo Alesi, Barbara Ronchi

Bologna, 1858: Im Auftrag des Papstes dringen Soldaten in das Haus der Familie Mortara im jüdischen Viertel der Stadt ein. Sie erheben Anspruch auf Edgardo, den siebenjährigen Sohn der Mortaras. Als Säugling wurde der Junge heimlich von seiner Amme getauft und so gilt das damals unumstössliche päpstliche Gesetz: Edgardo muss katholisch erzogen werden.

Rara

CL 2016, OV/df, 90 Min., Regie: Pepa San Martin, mit Mariana Loyola, Agustina Muñoz, Julia Lubbert, Emilia Ossandon, Daniel Muñoz, Sigrid Alegría

Seit der Trennung ihrer Eltern lebt Sara mit ihrer jüngeren Schwester bei der Mutter, die jetzt mit einer Frau zusammen ist.

 

Räuberinnen

CH 2008, 90 Min., CH-Dialekt, Regie: Carla Lia Monti, mit Nina Bühlmann, Myriam Muller, Alexandra Prusa, Nils Althaus, Hans-Peter Ulli

Rezension von Geri Krebs

In einer grauen Vorzeit, als grausame Adlige noch auf trutzigen Burgen hinter meterdicken Mauern herrschten, soll die junge blonde Emily mit dem fetten Meinrad von Bock, dem debilen Sohn des perversen Fürsten, verheiratet werden. So zumindest will es Katharina, Emilys hartherzige Mutter, die als verarmte Landadelige und begnadete Intrigantin gegen den sozialen Abstieg ankämpft.

Raving Iran

CH 2016, OV/df, 84 Min., Regie: Susanne Regina Meures, mit Anoosh, Arash

Arash und Anoosh arbeiten als DJs in Teherans wachsender Underground-Technoszene. Müde und desillusioniert vom ewigen Versteckspiel vor der Polizei und ihrer stagnierenden Karriere, organisieren sie unter gefährlichen Umständen einen letzten ekstatischen Rave in der Wüste.