Broken English
Unter der Leitung von Tilda Swinton bietet das Porträt der Sängerin Marianne Faithfull an, ihre reichhaltige und ereignisreiche Vergangenheit (Ex-Freundin von Mick Jagger, Filmschauspielerin) neu zu rahmen.
Don't Let The Sun
Ein unerträglich heisser Ort. Menschliche Nähe ist rar geworden, und die Einsamkeit treibt seltsame Blüten.
Jonah (28) lebt im Dienst der Sehnsüchte anderer. Bis die Rolle als Vater für die 9-jährige Nika sein Leben komplett in Frage stellt.
Gelbe Briefe
76. Berlinale 2026: Goldener Bär
Filmkritik von Walter Gasperi
Ein türkisches Künstlerehepaar verliert wegen seines politischen Engagements seine Arbeit. Die zunehmend prekäre finanzielle Situation wirft die Frage auf, ob sie sich anpassen oder an ihren Idealen festhalten sollen: İlker Çatak dekliniert in seinem bei der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichneten Drama mit einem großartigen Ensemble und starken Dialogen packend das moralische Dilemma durch.
L'Étranger
Filmkritik von Walter Gasperi
François Ozons Adaption von Albert Camus´ existentialistischem Roman ist von Zurückhaltung und Respekt gekennzeichnet, setzt aber mit der stärkeren Thematisierung von Kolonialismus und Rassismus auch eigene Akzente: Eine kühle Literaturverfilmung, die durch die bestechenden Schwarzweißbilder und den genau kontrollierten Erzählrhythmus große Intensität entwickelt.
La Femme La Plus Riche Du Monde
Sie ist die reichste Frau der Welt. Er ist ein Schriftsteller und Fotograf, der in ganz Paris bekannt ist. Sie lernen sich bei einem Fotoshooting kennen und werden unzertrennlich.
Le Chant Des Forêts
Geduld ist die wichtigste Eigenschaft, die Michel Munier auf seinen Streifzügen tief in die alten, moosbedeckten Wälder der Vogesen mitbringen muss. Mit Rucksack, Stock und einer warmen Jacke ausgestattet, zieht es ihn immer wieder tief hinein in die Stille des Waldes, zu einem ganz besonderen Ort: einer Tanne, die zu seinem Versteck geworden ist. Unter ihren Ästen scheint der alte Mann mit der Natur zu verschmelzen. Über achthundert Nächte hat er dort verbracht, lauschend, beobachtend - immer auf der Suche nach Füchsen, Rehen, Hirschen, Luchsen und dem geheimnisvollen König der Wälder: dem Auerhahn.
Melodie
Filmkritik von Walter Gasperi
Vom Schlaflied für ein Neugeborenes bis zum gemeinsamen Singen mit Demenzkranken: Anka Schmid spürt in ihrem Dokumentarfilm der beruhigenden und stärkenden Kraft des aktiven Singens und von Gesang nach.
Lange blickt die Kamera von Stéphane Kuthy und Patrick Lindenmaier auf ein Neugeborenes, das durch ein Schlaflied offensichtlich beruhigt wird. Dieser Auftakt stimmt schon auf die Erzählweise von Anka Schmids Dokumentarfilm ein. Viel Raum lässt die Regisseurin in langen, meist unbewegten Einstellungen den Sänger:innen und ihrem Gesang. So verstärkt der langsame Erzählrhythmus die Wirkung der Musik und überträgt sie auf die Zuschauer:innen.
Namaste Seelisberg
Direkt oberhalb der Rütli-Wiese, hoch über dem Vierwaldstättersee, liegt das idyllische Seelisberg. 1971 nimmt der indische Guru Maharishi Mahesh Yogi das Dorf samt zwei geschichtsträchtigen Hotelanlagen für sich und seine als Sekte verschriene Bewegung in Beschlag. Die Einheimischen laufen Sturm, bitten selbst den Bundesrat um Hilfe.
Nouvelle Vague
Filmkritik von Walter Gasperi
Richard Linklater zeichnet nicht nur leichthändig die Entstehung von Jean-Luc Godards Klassiker "Außer Atem" nach, sondern bettet diese auch in das meisterhaft beschworene cinephile Umfeld der damaligen Erneuerer des Weltkinos ein: Eine große Hommage, die liebevoll und leidenschaftlich das Kino und jugendlichen Aufbruchsstimmung feiert.