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Václav

CZ 2008, 100 Min., OV/df, Regie: Jiri Vejdelek, mit Ivan Trojan, Emilia Vasaryora, Jan Budar, Kiri Labus

Václav

Rezension von Irene Genhart

Bei der grossen Amnestie, welche Václav Havel Anfang der 90er Jahre veranlasste, kam auch ein Mann frei, dessen Inhaftierung weniger einem begangenen Verbrechen, denn dem Versagen der Gesellschaft zuzuschreiben war. Ausgehend von dessen Geschichte drehte Jiří Vejdělek die Herz erwärmende Tragikomödie „Václav“.

Deren Protagonist – sehr eindrücklich: Ivan Trojan - ist Mitte vierzig und leicht autistisch. Er lebt mit seiner Mutter auf einem Hof am Rande eines kleinen Dorfes. Sein Vater ist tot, sein Bruder Frantisek seit der Kindheit krankhaft eifersüchtig, weil Václav - obwohl er durch seine Impulsivität oft auch Unheil anrichtet - Mutters volle Aufmerksamkeit hat. Tatsächlich ist Václav ein besonderer, auf unerklärliche Weise oft glücklicher Mensch mit ungewöhnlichen Begabungen und einem speziellen Zugang zur Liebe. Dies ärgert die Männer des Dorfes inklusive Bürgermeister, die in ihm allzu gerne nur den Trottel sähen, zunehmend , die Frauen aber zieht es an. Als sich schliesslich gar Frantiseks Freundin Lida mit Václav auf eine Romanze einlässt, beginnt die Situation zu eskalieren.

Rural-idyllisch kommt „Václav“ daher und schildert sehr hübsch die in der späten Tschechoslowakei herrschenden Verhältnisse. Er erzählt auf einer ersten Ebene eine private Story um zwei Männer, die den frühen Tod ihres Vaters nie verarbeiteten und ihr ganzes Leben um die Gunst der Mutter buhlen. Auf einer zweiten Ebene aber enthält „Václav“ auch die Geschichte einer Gesellschaft, die mit ihrem schwächsten Mitglied nicht umzugehen weiss. Und das verpasst diesem kleinen-feinen, bald fröhlichen, bald traurigen, oft überraschend feinfühlig-verschmitzten Film einen erstaunlichen Gehalt von allgemeiner Gültigkeit.
(Irene Genhart)

 

Kritiken

National International
- - Eddie Cockrell in variety.com
- - Nina Zimnik in film-dienst.de
   
Offizielle Website Verleiher
www.filmvaclav.cz Stamm

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