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Drunk

DK 2020, OV/df, 115', Regie: Thomas Vinterberg, mit Mads Mikkelsen, Thomas Bo Larsen, Lars Ranthe, Susse Wold

Drunk

Oscars 2021: Bester Internationaler Spielfilm

Filmkritik von Walter Gasperi

Sollte man nicht permanent 0,5 Promille Blutalkohol haben? Würde die daraus resultierende Lockerheit die persönlichen Beziehungen und die beruflichen Leistungen nicht verbessern? – Vier dänische Lehrer wollen dies in Thomas Vinterbergs mit Oscar und Europäischem Filmpreis ausgezeichneter Tragikomödie erproben und erleben eine Achterbahnfahrt zwischen Euphorie und Katerstimmung.

Ausgelassen feiern die Gymnasiast*innen an einem See. Auch ein Trinkspiel darf dabei nicht fehlen und bei der Rückfahrt in die Stadt, benimmt man sich in der Bahn so daneben, dass die Direktorin den Alkoholismus zum Konferenzthema macht.

Die Unbekümmertheit und Lebensfreude ihrer Schüler*innen haben der gut 50-jährige Geschichtelehrer Martin (Mads Mikkelsen) und die drei mit ihm befreundete Kollegen längst verloren. Einst war er ein leidenschaftlicher Jazz-Ballett-Tänzer und hatte eine Karriere an der Uni vor Augen, aber jetzt unterrichtet er so so lustlos und langweilig, dass die Eltern um ein Gespräch mit ihm bitten, brauchen ihre Kinder doch gute Noten bei der Matura, um an einer Uni aufgenommen zu werden. Aber auch Martins Ehe zu Anika ist erkaltet. Kaum mehr kommuniziert er mit seiner Frau, die er zudem wegen ihrer häufigen Nachtdienste nur selten sieht.

Während seine drei Freunde bei der Geburtstagsfeier von Nikolaj Champagner, edlen Wodka und Rotwein genießen, bleibt Martin als Autofahrer zuerst nüchtern. Mit warmen Brauntönen, edlem Lokal und den vom Kellner präsentierten Getränken weckt Vinterberg auch beim Publikum die Lust auf einen edlen Tropfen und bald kann auch Martin nicht mehr widerstehen. In der heiteren Runde bringt Nikolaj die Theorie des norwegischen Psychologen Finn Skårderud, der die Meinung vertritt, dass der Mensch mit einem halben Promille Blutalkohol zu wenig geboren sei, ins Spiel. Schnell ist der Entschluss gefasst, dies konkret im Selbstversuch zu testen: Ein konstanter Alkoholpegel von 0,5 Promille soll angepeilt werden, getrunken werden soll aber nur vor 20 Uhr.

Zwar hat Martin nun im Unterricht zunächst ein paar sprachliche Probleme, aber ansonsten ist er jetzt wieder mit einer Leidenschaft und einem Einfallsreichtum bei der Sache, dass er die lethargischen Schüler*innen mitreißt. Auch auf beste Gesellschaft kann das Quartett sich mit dem britischen Premierminister Winston Churchill und dem Schriftsteller Ernest Hemingway beim Alkoholkonsum berufen.

Auch in die Ehe scheint bei einem Kanu-Ausflug Schwung zu kommen. Bei den 0,5 Promille bleibt es freilich nicht, sondern bald beschließt man den Pegel zu erhöhen, was freilich nicht nur zu noch mehr Euphorie und Ausgelassenheit, sondern bald auch zu bitteren Abstürzen führt.
Weiter zur ganzen Filmkritik auf film-netz.com

Kritiken

National International
- Michael Kuratli für filmbulletin.ch - Owen Gliberman für variety.com
- Christoph Schelb für outnow.ch - Peter Bradshaw für theguardian.com
- Christopher Diekhaus für cineman.ch - Brian Tallerico für rogerebert.com
- Michael Sennhauser für srf.ch - Ty Burr für bostonglobe.com
   
Verleiher
Pathé Films

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