RUBRIKEN

KINO

UNTERSTÜTZE UNS

Damit wir das Projekt 451° Filmportal aufrecht erhalten können, sind wir auf deine Spende angewiesen. Vielen Dank!

PARTNER

A Tale Of Three Sisters - Kız Kardeşler

TR 2019, OV/df, 108', Regie: Emin Alper, mit Cemre Ebüzziya, Ece Yüksel, Helin Kandemir

A Tale Of Three Sisters - Kız Kardeşler

Filmkritik von Nikolaus Perneczky

Eine Serpentinenstrasse führt hinein in die Welt des Films und theoretisch auch wieder aus ihr hinaus. Tatsächlich werden wir dem malerischen Bergdorf, in dem A Tale of Three Sisters angesiedelt ist, bis zum Schluss nicht mehr entkommen: Die Landschaft ist Schicksal.

Der Panoramablick auf die robusten Steinhäuser, eingekesselt im nordanatolischen Gebirge, ist atemberaubend. Die Aussichten der Dörfler indes, die früher vom Kohleabbau gelebt haben mochten, könnten heute, nach dem Einsturz der ortsnahen Mine, karger kaum sein. Betrieb herrscht höchstens noch in der Dorfkneipe. Bewegung geht allein von der verrückten Hatice aus, die unentwegt Purzelbäume schlägt. Sonst ist der Ort wie verlassen. Die alten Zausel, die des Nachts todesmutig in den unverändert einsturzgefährdeten Schaft hinabsteigen in der Hoffnung, ein paar Kohlebrocken daraus zu bergen, sehen jetzt schon aus wie Gespenster.

Mit Anton Tschechows gleichnamigem Stück haben die drei Schwestern, von denen im Titel die Rede ist, nur entfernt zu tun. Gleich Tschechows Schwestern sehnen sie sich nach einem Leben in der Stadt. Aber da hören die Parallelen auch schon auf. Als so genannte «besleme» – Pflegetöchter und Dienstmägde in einem, bei bessergestellten Städtern untergebracht – war es ihnen vorübergehend gelungen, der dörflichen Einöde zu entfliehen. Die Geschichte, die der türkische Regisseur Emin Alper in seinem neuen Film erzählt, setzt jedoch später an: mit der erzwungenen Rückkehr der drei Schwestern ins Haus des verwitweten Paterfamilias Sevket. Die kleine Havva wurde entlassen, als das Kind, das sie umsorgte, plötzlich verstarb. Ihre ältere Schwester, Nurhan, verlor wenig später die Anstellung, weil sie es nicht lassen konnte, den Jungen in ihrer Obhut zu schlagen. Reyhan, die älteste, ist schon seit längerer Zeit zurück im Dorf. Auch sie lebte einst als besleme bei einer Familie in der Stadt, bis eine Schwangerschaft (deren skandalöse Umstände der Film halb im Unklaren belässt) sie in Ungnade fallen liess.
Weiter zur ganzen Filmkritik auf filmbulletin.ch

Kritiken

National International
- Hanspeter Stalder für der-andere-film.ch - Andreas Köhnemann für kino-zeit.de
- Sarah Stutte für medientipp.ch - Thierry Chervel für perlentaucher.de
- Geri Krebs für luzernerzeitung.ch - Jay Weissberg für variety.com
  - Deborah Young für hollywoodreporter.com
  - Lee Marshall für screendaily.com
Verleiher
Trigon Film

Kommentare

Um deine Meinung publizieren zu können, musst du dich anmelden oder - als Neuabonnent - registrieren.