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Before, Now and Then

ID 2022, OV/df, 103', Regie: Kamila Andini, mit Happy Salma, Laura Basuki, Arswendy Bening Swara

Before, Now and Then

Filmkritik von Walter Gasperi

In betörend schönen Bildern und ruhigem Erzähltempo erzählt Kamila Andini von der langsamen Emanzipation einer Frau im Indonesien der 1960er Jahre.

Wie in ihrem Coming-of-Age-Film "Yuni" erzählt Kamila Andini auch in ihrem neuen Film eine Emanzipationsgeschichte. Doch dieses Mal steht einerseits kein Teenager im Zentrum, sondern eine verheiratete Frau und statt in der Gegenwart spielt "Before, Now & Then" im Indonesien der 1960er Jahre.

Die Pre-Title-Sequenz führt aber nochmals 15 Jahre zurück und zeigt Nana mit ihrem Baby und ihrer Schwester auf der Flucht durch den Dschungel. Auf Nanas Frage, ob sie vor den Niederländern oder den Japanern flüchten, antwortet ihre Schwester nur "Nein, vor den anderen". Offen bleibt, wer diese "Anderen" sind, gewiss ist aber, dass diese den Vater töteten und Nanas Mann wohl verschleppten. In einem Traumbild sieht Nana diesen schemenhaft, doch schon beklagt sie das langsame Verschwinden der Erinnerung.

Im Gegensatz zum dramatischen Geschehen ist die Szene – wie der ganze Film – in warme und sanfte Farben getaucht und der Erzählrhythmus ist langsam, der Dialog zwischen den Schwestern ruhig. Sorgfältig kadriert sind die Bilder, in der Folge werden sie vielfach fast symmetrisch aufgebaut sein.

Mit dem Insert des Titels überspringt der Film 15 Jahre und versetzt ins Indonesien der 1960er Jahre. Nana hat einen reichen und älteren Großgrundbesitzer geheiratet und wohnt mit diesem und ihren drei Kindern in einer luxuriösen Villa. Vom Personal lässt sie sich frisieren oder die Füße massieren, doch in Alpträumen holt sie immer wieder die Erinnerung an ihren Ex-Mann ein.

Sie hat zwar von ihrem Mann gelernt die Ernte, die die Landwirtschaft abwirft, zu verwalten, doch davon abgesehen wird ihr Leben von der Führung des Haushalts und der Erziehung der drei Kinder bestimmt. Während ihr Mann mehr oder weniger offen eine Geliebte hat, ist Nanas Freiheit eingeschränkt. Sie wirkt in der aufgeräumten Villa fast wie die penibel aufgestellten Blumenvasen oder die Möbel als Accessoire ohne eigenes Leben. Auch die ruhigen, vielfach statischen Einstellungen betonen diese Erstarrung. Freundlich ist zwar der Umgang mit ihrem Mann, aber Liebe scheint es hier keine zu geben.
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Kritiken

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Verleiher
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