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Vorschau auf die Viennale – Vienna International Film Festival. Von Walter Gasperi

Vorschau auf die Viennale – Vienna International Film Festival. Von Walter Gasperi

Zum 47. Mal findet heuer vom 22. Oktober bis 4. November das größte internationale österreichische Filmfestival statt. Für knapp zwei Wochen wird sich dann in der Wiener Innenstadt, über die die Spielstätten verteilt sind, wieder ein richtiges Filmfest für die Bewohner der Donaustadt, aber auch für nationale und internationale Besucher abspielen. Im Gegensatz zum Zurich Film Festival gibt es keinen Wettbewerb, Weltpremieren feiern vor allem österreichische Filme und auch die internationalen Premieren sind eher dünn gesät.

Umfangreich ist zwar die Gästeliste, aber Namen, die Medien und Massen in Hysterie versetzen, finden sich kaum unter den Geladenen, eher schon Außenseiter wie James Benning, der den Viennale-Trailer gestaltete, Romuald Karmarkar, Thomas Heise, Harun Farocki oder Volker Koepp. Nicht fehlen darf in Wien heuer freilich auch Tilda Swinton, der ein Tribute gewidmet ist, in dessen Rahmen ein Querschnitt durch ihre Filme präsentiert wird. Tributes gibt es auch für Lino Brocka, den Ahnherrn des philippinischen Kinos, und für den Amerikaner Timothy Carey, der nicht nur in Filmen von Kubrick und John Cassavetes spielte, sondern in den 60er und 70er Jahren auch bei drei kaum bekannten Filmen Regie führte.

Filmhistorisch interessante Einblicke kann die Retrospektive zur amerikanischen Komödie im Österreichischen Filmmuseum vermitteln, Publikumsmagnet ist aber sicher wieder der Rundblick durch das Angebot der heurigen Filmfestivals. Den neuen Film der Coen-Brüder „A Serious Man“, der als Abschlussfilm gezeigt wird, kann man sich da ebenso zu Gemüte führen wie den Locarno-Sieger „She, A Chinese“, Jacques Audiards „Un prophète“, Woody Allens „Whatever Works“ oder Werner Herzogs „Bad Lieutenant“-Remake „Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans“. Asien ist stark vertreten mit mehreren Hongkong-Actionthrilllern. Genrekino wie Duncan Jones mehrfach preisgekrönter Science-Fiction-Film „Moon“ steht neben Experimenten wie Steven Soderberghs „The Girlfriend Experience“. Und auch das unabhängige US-Kino kommt mit Filmen wie Greg Mottolas „Adventureland“, Andrew Bujalskis „Beeswax“ oder Josh und Benny Safdies „Go Get Some Rosemary“ nicht zu kurz. Aber nicht nur im Spielfilmbereich ist das Angebot ungemein reich – Brillante Mendozas „Lola“ und Claire Denis „White Material“ sind da nur zwei weitere hochkarätige Titel der knapp 90 Spielfilme -, sondern auch bei den Dokumentarfilmen gibt es mit José Padilhas „Garapa“, Volker Koepps „Berlin – Stettin“ oder Abel Ferraras „Napoli, Napoli, Napoli“ viel zu entdecken. – Andere Festivals bieten sicher mehr Premieren, Starauflauf und Glamour, aber an Dichte großartiger Filme kann es wohl kein Festival mit der Viennale aufnehmen und auch das Flair der Donaustadt ist freilich nicht zu verachten.
(Walter Gasperi)

www.viennale.at

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