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Videocracy

S 2009, 85 Min., OV/df, Regie: Erik Gandini, mit Silvio Berlusconi, Ricky Canevali, Marella Giovannelli

Videocracy

Rezension von Doris Senn

Dass Italien vom TV-Mogul Silvio Berlusconi regiert wird, ist nur allzu bekannt. "Videocracy" zeichnet ein ernüchterndes Porträt eines TV-Agenten, eines "Paparazzo" und eines Möchtegern-Stars.

Zunächst blendet der italoschwedische Regisseur Erik Gandini drei Jahrzehnte zurück, in eine Zeit, als das private Fernsehen mit der Steinzeitversion einer Quizshow Quoten machte: Mit jeder richtigen Antwort eines Anrufers entledigte eine im Studio anwesende (maskierte) Hausfrau unter bemüht lasziven Bewegungen sich eines Kleidungsstücks. Heute nun regiert Berlusconis TV uneingeschränkt, blieb seinen Wurzeln aber treu: Kaum bekleidete Frauen – "Velinas" genannt – dienen nach wie vor als erotisierende Accessoires, während ansonsten gilt "Jeder kann ein Star werden" und "Hauptsache, im Fernsehen auftreten".

Der Film – eine nordeuropäische Produktion – erzählt von den Träumen des karateverliebten Mechanikers Ricky, der von sich glaubt, der "italienische Van Damme" zu sein. Wir erhalten Einblick in die Privatgemächer des mächtigen Lele Mora, seines Zeichens Chef-TV-Agent Berlusconis, der stolz auf seinem Handy die Hymnen Mussolinis präsentiert. Und wir fahren mit Fabrizio Corona mit, der seine Paparazzi auf die Prominenten jagt – aber nicht um die Bilder an die Regenbogenpresse zu verscherbeln, sondern um seine Sujets damit zu erpressen.

Gandinis Film ist eine ebenso spannende wie desillusionierende Doku über die Macht des Fernsehens im heutigen Italien. Einziger Negativpunkt: Die Frauen, die auf Berlusconis TV-Bühnen nichts zu sagen haben, kommen auch in "Videocracy" nicht zu Wort.
(Doris Senn)

Kritiken

National International
- Michael Sennhauser in sennhausersfilmblog.ch - Barbara Schweizerhof in epd-film.de
- Isabel Rohr in art-tv.ch  
- Reto Baer in drs3.ch  
   
Offizielle Website Verleiher
www.atmo.se Filmcoopi

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