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L´enfer d´Henri-Georges Clouzot

FR 2009, 102 Min., F/d, Regie: Serge Bromberg, Ruxandra Medrea, mit Romy Schneider, Serge Reggiani, Dany Carrel, Jean-Claude Bercq, Dokumentarfilm

L´enfer d´Henri-Georges Clouzot

Rezension von Walter Gasperi

Serge Bromberg und Ruxandra Medrea zeichnen in ihrem Dokumentarfilm die Dreharbeiten von Henri-Georges Clouzots Eifersuchtsdrama „L´enfer“ im Jahre 1964 nach und versuchen mit erhaltenen Szenen sowie nachgespielten Passagen einen Eindruck von diesem nie vollendeten Film zu vermitteln.

Mit Filmen wie „Le salaire de la peur“ (1952) und „Les Diaboliques“ (1955) hatte sich Henri-Georges Clouzot in den 1950er Jahren den Ruf eines Meisters des Spannungskinos und eines Perfektionisten erworben. Das Eifersuchtsdrama „L´enfer“, das er Anfang der 60er Jahre anging, sollte die Krönung seines Schaffens werden, endete dann aber, nicht zuletzt aufgrund von Clouzots überzogenen Ambitionen, in einem Fiasko und wurde nie beendet.

Ausgangspunkt für Serge Brombergs und Ruxandra Medreas Dokumentarfilm sind die 183 Filmbüchsen mit 15 Stunden von Clouzot gedrehten Szenen aus „L´enfer“. Lange galt dieses Material verschollen, bis es die beiden Dokumentarfilme aufspüren konnten. Mit diesen erhaltenen Szenen sowie Interviews mit Mitarbeitern Clouzots sowie Familienmitgliedern und zwei Schauspielern, die Dialogpassagen nachsprechen, rekonstruieren Bromberg und Medrea sowohl die von vielen Zwischenfällen überschatteten Dreharbeiten als auch den Inhalt des Films.

Eindrücklich werden so die vielfältigen akustischen und visuellen Einfälle, die Licht- und Farbexperimente, mit denen Clouzot die durch die Eifersucht gestörte Wahrnehmung des Protagonisten erfahrbar machen wollte, vermittelt. Offen bleibt dabei freilich die Frage, ob diese Experimente im Film wirklich aufgegangen wären oder zu einer Überfrachtung geführt hätten.

Gleichzeitig wird aber bei dieser respektvoll wertschätzenden und nicht plündernden Aufarbeitung des unvollendeten Originals auch deutlich, dass gerade der Perfektionismus Clouzots, das Arbeiten mit drei Teams, die für ihn um die Uhr verfügbar sein mussten, und das ständige Umschreiben und Weiterentwickeln des Drehbuchs das Projekt letztlich zum Scheitern brachten: Serge Reggiani sprang ab und, als Clouzot einen Herzinfarkt erlitt, wurde das Projekt endgültig ad acta gelegt.
(Walter Gasperi)

 

Kritiken

National International
- Philippe Zweifel in tagesanzeiger.ch - Michael Althen in faz.de
  - Constanze Frowein in schnitt.de
   
Offizielle Website Verleiher
www.lobsterfilms.com Praesens Film

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