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Ask Dr. Ruth

US 2019, 100 Min., OV/df, Regie: Ryan White, mit Ruth Westheimer, Dokumentarfilm

Ask Dr. Ruth

Filmkritik von Tereza Fischer

«Hello, you’re on the air.» Dieser Satz, gesprochen in der unvergleichlich krächzenden Stimme von Dr. Ruth Westheimer mit dem auffälligen deutschen Reibe-R, weckt bei den nicht mehr ganz Jungen unter uns nostalgische Erinnerungen an die Sendungen der berühmtesten Sextherapeutin der USA.

Seit 1984 hat sie mit ihren Radio- und später vor allem Fernsehsendungen das Verhältnis von Generationen von Amerikaner_innen (und Europäer_innnen) zur Sexualität geprägt. Die stets als freundlich-harmlose Oma agierende Wissenschaftlerin hat das in der Öffentlichkeit «Unsagbare» lächelnd ausgesprochen, als wäre es das Normalste auf der Welt. Sie hat Tabus gebrochen, über die die Jüngeren heute müde lachen. Dabei erklärte sie das Wörtchen «normal» in ihren Sendungen selbst zu einem Tabu, denn normal gebe es nicht, wir seien alle so in Ordnung, wie wir sind, mit allen sexuellen Vorlieben und Schwierigkeiten. Und: Aufklärung ist das wichtigste Mittel im Kampf gegen sexuell übertragbare Krankheiten und für Gleichberechtigung, für Diversität oder für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch.

Der US-Dokumentarfilmer Ryan White nimmt den neunzigsten Geburtstag der nimmermüden Dr. Ruth zum Anlass, auf ihr Wirken und ihr bewegtes Leben zurückzuschauen. Die Titelsequenz lässt die heiteren Momente ihrer Fernsehgeschichte Revue passieren, um Dr. Ruth danach im Hier und Jetzt durch den Alltag zu begleiten. Wie ein rosa Duracell-Häschen scheint die bloss 140 Zentimeter grosse Fernsehlegende über unendlich viel Energie zu verfügen, wenn sie von Termin zu Termin jettet oder ihre ellenlange Bibliografie um ein weiteres Buch verlängert. Mindestens so beeindruckend wie ihre ungebremste Schaffenskraft ist die Lebensgeschichte der als Karola Siegel geborenen deutschen Jüdin.
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