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Yuni

ID 2021, OV/df, 95', Regie: Kamila Andini, mit Arawinda Kirana, Kevin Ardilova, Dimas Aditya

Yuni

Yuni nähert sich dem Ende ihrer Schulzeit. Ihre guten Leistungen lassen sie von einem Stipendium träumen, mit dem sie ihre Ausbildung fortsetzen könnte. Aber mit 16 Jahren wäre sie nach den Gepflogenheiten des Landes alt genug, um zu heiraten.

Von ihrer Familie unter Druck gesetzt, spürt Yuni, dass ihr ihre Zukunft entgleitet. Die Indonesierin Kamila Andini hat das bewegende Porträt einer Jugend gestaltet, die von Zweifeln geprägt ist.

Der Spielfilm Yuni bezieht seine ganze Kraft aus der Einfachheit, mit der Regisseurin Kamila Andini die Geschichte ihres jungen, alles in allem sehr normalen Teenagers erzählt. Yuni lebt in der Provinz bei ihrer Grossmutter, da die Eltern in der Hauptstadt Jakarta arbeiten. In der Mittelschule sind ihre Leistungen in den Naturwissenschaften so gut, dass sie ein Stipendium für die Universität erwarten kann. Mit 16 Jahren ist sie jedoch auch im heiratsfähigen Alter, ihre Schönheit zieht die ersten Verehrer an. Traditionsgemäss möchte die Familie ein Mädchen rasch und gut verheiraten, gleichzeitig hat eine junge Frau nach zwei Ablehnungen kaum noch eine Chance, einen Ehemann zu finden.

Man bekommt nicht alle Tage einen Film zu sehen, der diese Schlüsselphase in der Entwicklung eines Kindes, seine Adoleszenz, so sensibel beschreibt, die Momente, in denen sich ein junges Mädchen mit der Welt auseinandersetzt, seinen Körper entdeckt und versucht, das Wunderbare, das von der Kindheit übrig geblieben ist, zu bewahren. Yuni gleicht vielen Mädchen in anderen Teilen der Welt, auch bei uns, denn auch sie inszeniert sich auf Instagram. Sie erwartet gespannt die Möglichkeiten, die ihr die Zukunft bietet, ist gleichzeitig verunsichert durch den sozialen Druck, dem sie ausgesetzt ist, etwa in der Schule, wo der Direktor ihr zu verstehen gibt, dass ein Mädchen nicht zu viel von der Universität träumen sollte. Das wird uns mit einer tiefen Sensibilität und einem echten Einfühlungsvermögen erzählt. Kamila Andini idealisiert Yuni jedoch nicht, zeigt auch, wie sie die Impulse des gleichaltrigen Jungen Yoga zynisch zu nutzen versteht, wenn er ihr Ge- dichte widmet und unsterblich in sie verliebt ist. Das ist auch der Begriff, mit dem man diesen Film beschreiben könnte: ein Gedicht, das der Adoleszenz gewidmet ist, zart verspielt und ergreifend zugleich.
(Pressetext: Trigon Film)

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Kritiken

- Richard Kuipers für variety.com
- Allan Hunter für screendaily.com
 
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Trigon Film

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