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Wet Sand

CH/GE 2021, OV/df, 105', Regie: Elene Naveriani, mit Bebe Sesitashvili, Gia Agumava, Megi Kobaladze

Wet Sand

Filmkritik von Walter Gasperi

20 Jahre lang waren Amnos und Eliko ein Paar, doch ihre Liebe mussten sie in ihrem georgischen Dorf geheim halten.

In langsamem Erzählrhythmus und ruhigen Bildern erzählt Elene Naveriani nicht nur von Homophobie, sondern auch von zwei Frauen, die sich schließlich gegen die machistische Männergesellschaft auflehnen.

Mit einer langen Totalen vom Schwarzen Meer eröffnet Elene Naveriani bildstark ihren zweiten Spielfilm und stimmt damit schon auf den langsamen Erzählrhythmus von "Wet Sand" ein. An der georgischen Küste betreibt Amnos das titelgebende Strandcafé, das zentraler Treffpunkt für die Dorfbewohner ist.

Vor allem die Männer kommen hier vorbei, um ein Bier zu trinken oder zu spielen. Nicht nur ihre sexistischen Witze und Bemerkungen deuten eine homophobe und patriarchale Gesellschaft an, sondern mehr noch ein Fernsehbericht über den nationalen Familientag und den Hinweis, dass dieser auf Druck der orthodoxen Kirche anstelle des Tags der Antihomophobie eingeführt worden sei. Ein Pope hält in diesem Bericht auch ein Plädoyer für solide Familien, gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass der Festtag in diesem Jahr aufgrund der Pandemie nicht wie gewohnt gefeiert werden kann.

Aufs Jahr 2020 lässt sich "Wet Sand" damit datieren, doch am Schwarzen Meer merkt man nichts von der Pandemie. Am Strand sich nähernde Kinder bringen die Nachricht vom Tod des alten Eliko, doch statt Trauer lässt die Meldung die Gäste in der Kneipe nur über den "Soft Boy" lachen. Nur Amnos reagiert nachdenklich.

Als einzige Verwandte kommt aus Tiflis Elikos Enkelin Moe, die bald entdeckt, dass ihr Opa und Amnos über 20 Jahre lang ein Liebespaar waren. Das Dorf durfte davon nie etwas erfahren, doch auch ohne dieses Wissen galt Eliko als Außenseiter, den man nicht auf dem Friedhof begraben will. Mit Bekanntwerden der homosexuellen Beziehung steigert sich die Aggressivität der Dorfgemeinschaft. Nicht nur Männer sind hier aktiv, sondern auch Frauen beteiligen sich und schert eine aus, bekommt sie die Macht der Männer zu spüren.

Moe aber lässt sich nicht einschüchtern, findet Unterstützung in der lesbischen Café-Bedienung Fleschka, die ebenfalls eine Außenseiterin im Dorf ist und sie unterstützt, wenn es darum geht, zumindest verbal die Männer in ihre Schranken zu weisen.
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- Eleo Billet für cineman.ch - Jakob Dibold für ray-magazin.at
- Yannick Bracher für outnow.ch - Muriel Del Don für cineuropa.org
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