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Wanda, mein Wunder

CH 2020, D/f, 110', Regie: Bettina Oberli, mit Agnieszka Grochowska, Marthe Keller, André Jung, Birgit Minichmayr

Wanda, mein Wunder

Filmkritik von Andreas Scheiner

Man hat eine Arbeitskraft gerufen, und es kommt die Polin Wanda (Agnieszka Grochowska). Die Wegmeister-Gloors, Geldadel, rechtes Zürichseeufer, haben sich eine Pflegerin ins Haus geholt, sie soll zum Familienoberhaupt Josef (André Jung) schauen. Denn seit einem Schlaganfall ist der Patron bettlägerig.

Aber es bleibt nicht beim Pflegejob. Elsa (Marthe Keller), Josefs Frau, erklärt Wanda, wie der Hase läuft: Die Putzfrau ist nach Portugal zurückgegangen, es muss Mehrarbeit geleistet werden. «Was macht sie in Portugal?», fragt Wanda. «Sie heiratet.» – «Schön.» – «Ja, schön, aber ich hab’ jetzt keine Putzfrau mehr!»

So also denkt man bei den Wegmeister-Gloors. Und die Polin soll sich nicht zieren wegen der Extrabüez. Immerhin stellt Elsa ihr gönnerhaft 200 Franken in Aussicht, zusätzlich zu den, nun ja, 9000 Franken, die Wanda für drei Monate Pflegedienst bekommt. Als Wanda 600 Franken vorschlägt, zieht Elsa ein Gesicht. «Ich red’ ja nur von bisschen Haushalt.»

Soviel zur Wertschätzung, die der Hilfskraft entgegengebracht wird. Dem Klassenkonflikt ist das Feld bereitet, die Szenen sitzen. Regisseurin Bettina Oberli hat das Drehbuch zusammen mit Cooky Ziesche geschrieben, die sonst für den Sozialrealisten Andreas Dresen abreitet. Das passt: Ziesche versteht sich auf ihre Wandas. Und die Globetrotterin Oberli – sie wuchs zeitweise in Samoa auf, lebte in New York und Berlin – hat den wachen Blick von aussen auf die einheimische Provinz-Bourgeoisie.
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