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Neu

Deutschstunde

DE 2019, 125 Min., D, Regie: Christian Schwochow, mit Louis Hofmann, Tobias Moretti, Ulrich Noethen

Siggi Jepsen soll einen Aufsatz zum Thema «Die Freuden der Pflicht» schreiben. Stattdessen füllt er Seite um Seite mit seinen Kindheitserinnerungen: Er und seine Eltern in einem kleinen norddeutschen Dorf.

Die Rückkehr der Wölfe

CH 2019, D-Dialekte/d, 90 Min., Regie: Thomas Horat, Dokumentarfilm

Der Wolf polarisiert und fasziniert, und er bringt Unordnung in unser System. 150 Jahre nachdem der Wolf in Mitteleuropa ausgerottet wurde, erobert er sich unaufhaltsam seinen Platz zurück.

 

Ticketverlosung, Lunchkino und Vorpremieren: Miriam Goldschmidt - Erfinderin von Dazwischen

CH/FR 2019, D/E/df, 83 Min., Regie: Christof Schäfer und Janos Tedeschi, Dokumentarfilm mit Miriam Goldschmidt, Peter Brook, Urs Bihler, Lou Elias Bihler

Wir verlosen 3 x 2 Tickets für diesen Film. Um an der Verlosung teil zu nehmen, sende bis Dienstag, den 12. November eine Mail mit Deinem Namen, Adresse und dem Vermerk Miriam Goldschmidt an info@451.ch

Where We Belong

CH 2019, D, 78 Min., Regie: Jacqueline Zünd, mit Alyssia Pascale, Ilaria Pascale, Carleton Gogel, Sherazade Gogel, Thomas Kurmann

Filmkritik von Tereza Fischer

Am Anfang fallen Bild und Ton auseinander. Romantische Aufnahmen einer unbeschwerten Kindheit oszillieren verspielt zwischen haptischer Nähe und verträumter Distanz. Die Zwillinge Alyssia und Ilaria, acht oder neun Jahre alt, tauchen im Meer, spielen am Strand im Sonnenuntergang oder fahren auf einer blinkenden Bahn in einem Freizeitpark.

 

Aktuell

Ask Dr. Ruth

US 2019, 100 Min., OV/df, Regie: Ryan White, mit Ruth Westheimer, Dokumentarfilm

Filmkritik von Tereza Fischer

«Hello, you’re on the air.» Dieser Satz, gesprochen in der unvergleichlich krächzenden Stimme von Dr. Ruth Westheimer mit dem auffälligen deutschen Reibe-R, weckt bei den nicht mehr ganz Jungen unter uns nostalgische Erinnerungen an die Sendungen der berühmtesten Sextherapeutin der USA.

Atlantique

SN 2019, OV/df, 104 Min., Regie: Mati Diop, mit Abdou Balde, Aminata Kane, Ibrahima Mbaye, Amadou Mbow

Cannes 2019: Grand Prix

Filmkritik von Philipp Stadelmaier

Satte 72 Ausgaben der Filmfestspiele von Cannes hat es gedauert, bis in diesem Jahr erstmals der Film einer schwarzen Frau im Wettbewerb lief. Ein Grund zur Freude? Sicher, aber nach all der Zeit sollte man eher von Überfälligkeit sprechen, zumal Cannes wie auch Venedig Festivals sind, die im Wettbewerb von Genderbalance nach wie vor weit entfernt sind – von einer angemessenen Repräsentation schwarzer Filmemacher_innen ganz zu schweigen.

 

Bruno Manser - Die Stimme des Regenwaldes

CH 2019, OV/df, 142 Min, Regie: Niklaus Hilber, mit Sven Schelker, Nick Kelesau, Elizabeth Ballang, Matthew Crowley

Die wahre Geschichte des Umweltaktivisten Bruno Manser mit Sven Schelker, der mit den Ureinwohnern Borneos gegen die Abholzung des Dschungels kämpft.

Easy Love

DE 2019, D, 89 Min., Regie: Tamer Jandali, mit Stella Vivien Dhingra, Niclas Jüngermann, Andersen Sophia

EASY LOVE begleitet sieben Frauen und Männer zwischen 25 und 45 auf ihrer Suche nach dem Glück. Die «Generation Y» ist kreativ, egozentrisch, hedonistisch. Doch mit Ungebundenheit und Individualität gehen auch Einsamkeit und Desillusionierung einher. Ihre Abenteuerlust führt die ProtagonistInnen oft auf Irrwege, manchmal zum Therapeuten, aber auch zur grossen Liebe.

 

Joker

US 2019, OV/df, 121 Min., Regie: Todd Philips, mit Joaquin Phoenix, Robert De Niro, Zazie Beetz

Biennale Venedig 2019: Goldener Löwe

Filmkritik von Lukas Foerster

«You talkin’ to me?»: Robert De Niros herausfordernder Blick in den Spiegel ist die berühmteste Szene aus Martin Scorseses Taxi Driver, wenn nicht des gesamten Hollywoodkinos der 1970er Jahre.

Lara

DE 2019, D, 99 Min., Regie: Jan Ole Gerster, mit Corinna Harfouch, Tom Schilling, Volkmar Kleinert, Rainer Bock

Lara Jenkins 60. Geburtstag beginnt wie jeder Tag mit einem Becher Tee und einer Zigarette. Dabei ist heute ein ganz besonderer Tag für Lara: ihr Sohn Viktor gibt ein grosses Solo-Klavierkonzert – das erste Mal mit einer eigenen Komposition.

 

Nurejew - The White Crow

UK 2019, OV/df, 127 Min., Regie: Ralph Fiennes, mit Oleg Ivenko, Adèle Exarchopoulos, Ralph Fiennes

In den 1950er Jahren avanciert Rudolf Nureyev zum größten Ballettstar der Sowjetunion. Er wird von dem kommunistischen Reich vereinnahmt, doch er fühlt sich dort nicht wohl. Er ist zwar längst auch im Westen berühmt, doch die große Karriere dort ist ihm nicht möglich.

Once Upon A Time... In Hollywood

US 2019, OV/df/D, 165 Min., Regie: Quentin Tarantino, mit Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Margot Robbie

Filmkritk von Tereza Fischer

Vor Beginn des Films liessen Quentin Tarantino und seine Produzenten den anwesenden Journalist_innen ausrichten, sie mögen in ihren Kritiken bitte nicht allzu viel verraten. Alle, die den Film sehen wollen, sollen ihn so sehen wie wir heute. Dies erntete sowohl Buhrufe als auch Applaus. Und liess vermuten, dass der Film um eine zentrale Idee herum gebaut ist.

 

Parasite

KR 2019, OV/df, 132 Min., Regie: Bong Joon Ho, mit Song Kang-Ho, Sun-kyun Lee, So-Dam Park

Filmkritik von Till Brockmann

Der Familie von Vater Ki-taek fehlt es nicht an praktischem Sinn: Wenn die Strasse vor ihrer Kellerwohnung gegen Insekten desinfiziert wird, lassen sie die ebenerdigen Fenster sperrangelweit offen.

Portrait de la jeune fille en feu

FR 2019, F/d, 119 Min., Regie: Céline Sciamma, mit Adèle Haenel, Noémie Merlant, Luàna Bajrami, Valeria Golino

Filmkritik von Stefan Volk

Ein Ruderboot voller Männer bringt die junge Malerin Marianne Mitte des 18. Jahrhunderts auf eine kleine Insel in der Bretagne. Als der Koffer mit ihren Leinwänden über Bord geht, springt sie kurzentschlossen hinterher. Dass eine wohlerzogene Frau so etwas nicht tut, hält sie nicht zurück. Noch im Boot wendet sie sich danach, durchnässt und frierend, von der Gesellschaft ab, die diese Regeln diktiert, kehrt den Männern den Rücken zu.

 

Sorry We Missed You

GB/FR/BE 2019, 100 Min., OV/df, Ken Loach, mit Kris Hitchen, Debbie Honeywood, Rhys Stone, Katie Proctor

Filmkritik von Tereza Fischer

Gemäss seinem Drehbuchautor Paul Laverty soll Ken Loach einmal gesagt haben, ein Film sei wie ein Eisberg; man sehe nur einen kleinen Teil und spüre dabei doch seine ganze Masse unter der Oberfläche. Mit Sorry We Missed you ist es dem Altmeister des sozialengagierten britischen Kinos wieder einmal mit Bravour gelungen, uns diese in seiner Grösse unheimliche und gefährliche Masse spüren zu lassen.

Systemsprenger

DE 2019, D, 118 Min., Regie: Nora Fingerscheidt, mit Helena Zengel, Albrecht Schuch, Gabriela Maria Schmeide, Lisa Hagmeister

Filmkritik von Katrin Doerksen

«Keine Sorge, das ist Sicherheitsglas», wiegelt ein Erzieher ab, aber als das nächste Bobbycar mit voller Wucht gegen die Fensterscheibe prallt, springt das Glas doch. Schuld ist Benni, eigentlich Bernadette, aber den Namen hasst sie.

 

Letzte Tage

Die fruchtbaren Jahre sind vorbei

CH 2019, CH-Dial., 90 Min., Regie: Natascha Beller, mit Michèle Rohrbach, Sarah Hostettler, Anne Haug, Beat Schlatter

Filmkritik von Andreas Scheiner

Alle mal herhören. In der Babyabteilung steigt die kinderlose Singlefrau Leila auf den Ladentisch und verkündet laut und trotzig: «Ich, Leila Emilia Leona Tanner, werde Mami. Ich bekomme ein Kind, einen Mann und eine Katze. Vielleicht sogar zwei Katzen. Und ein Haus mit Garten und Apfelbaum. Ich gründe eine Familie, meine eigene Familie.» Sie ballt die Faust zum Himmel wie «Braveheart» William Wallace, bevor er in die Schlacht zieht, und leistet einen Schwur: «Vor meinem 35. Geburtstag werde ich schwanger sein.» Darauf regnet es goldene Konfetti.

Dolor y Gloria

ES 2019, OV/df, 113 Min., Regie: Pedro Almodóvar mit Penélope Cruz, Antonio Banderas, Julieta Serrano

Filmkritik von Doris Senn

Wie Pedro Almodóvar es immer wieder schafft, einen ureigenen Kosmos zu kreieren und uns – trotz bekannten Versatzstücken – in seinen Bann zu schlagen, geschmeidig Vergangenheit und Gegenwart ineinanderfliessen zu lassen und disparate Erzählstränge auf wundersame Art miteinander zu verknüpfen, ist erstaunlich. So einmal mehr in Dolor y gloria.

 

For Sama

SY 2019, 95 Min., OV/df, Regie: Waad al-Kateab, Edward Watts, Dokumentarfilm

Waad al-Kateab studiert im syrischen Aleppo Wirtschaftswissenschaften, als die Menschen auf die Strasse gehen und Freiheit einfordern. Während den Demonstrationen lernt sie den Arzt Hamza kennen, die beiden heiraten und bekommen eine Tochter: Sama. Ihr schreibt sie diesen filmischen Brief, denn mit ihrer Kamera dokumentierte Waad in den Jahren seit dem Aufstand gegen den Diktator Assad das Leben und Sterben in Aleppo.

Grâce à Dieu

FR 2019, 137 Min., F/d, Regie: François Ozon, mit Melvil Poupaud, Swann Arlaud, Denis Ménochet

Internationale Filmfestspiele Berlin 2019: Grosser Preis der Jury

Filmkritik von Philipp Brunner

«Wir wussten es alle, aber wir haben geschwiegen.» Vielleicht ist es diese Dialogzeile, die am besten auf den Punkt bringt, worauf François Ozons neuster Film hinzielt: darauf, endlich das Schweigen über die sexuellen Übergriffe an Kindern durch Priester der katholischen Kirche zu beenden.

 

Roubaix, Une Lumière

FR 2019, F/d, 119 Min., Regie: Arnaud Desplechin, mit: Roschdy Zem, Sara Forestier, Léa Seydoux

Filmkritik von Daniel Eschkötter

Roubaix, une lumière, ein irgendwie konventioneller Polizeifilm kann sicher nicht so heissen. Aufklärung und Erleuchtung statt einer Ermittlung. Aber um Ermittlungen geht es durchaus in Arnaud Desplechins neuem Film: Weihnachtszeit, das verarmte Roubaix in Nordfrankreich, nach Belgien kann man rüberschauen, die Dardennes lassen grüssen, zumindest scheinbar; ein Polizeirevier, viel Grenzverkehr, krimineller und anderer.

Welcome To Sodom

AT 2018, OV/df, 92 Min., Regie: Florian Weigensamer, Christian Krönes, Dokumentarfilm

Dunkle Rauchschwaden und flackernde Feuerzungen winden sich an einem kaum erkennbaren, grauen Horizont. Hier am Rande der Millionenmetropole Accra in Ghana leben und arbeiten etwa 6000 Frauen, Männer und Kinder auf der grössten Elektro-Müllhalde der Welt.

 

Mitglieder zahlen ein ganzes Jahr den halben Preis fürs Kino