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The Apple Day

IR 2022, OV/df, 97', Regie: Mahmoud Ghaffari, mit Arian Rastkar, Aria Mohammadzadeh, Zhila Shahi

The Apple Day

Filmkritik von Walter Gasperi

Mit großen Hoffnungen ist eine Familie vom Land in die Metropole Teheran gezogen, doch die Lebensbedingungen erweisen sich hier bald als prekär: Mahmoud Ghaffari gelang ein unaufgeregtes Drama, das nicht nur mit dem genauen Blick auf Menschen und Situationen, sondern auch mit einer Vater-Sohn-Geschichte an Vittorio de Sicas neorealistischen Klassiker "Ladri di biciclette" anknüpft.

In helles Licht ist die erste Szene getaucht, in der Vater Morteza und sein Sohn Saeed auf dem Land auf einer Plantage Äpfel pflücken. Bedrückender wird es schon, wenn sie mit dem Pick-up durch die schmalen Seitenstraßen von Teheran fahren und mit dem Megaphon ihre Ernte anpreisen. Gering sind die Einkünfte und Mutter Mahboubeh muss mit dem Waschen und Färben alter Kleider etwas dazuverdienen.

Dennoch lebt die Familie am Existenzminimum in einer kleinen Wohnung in einem Vorort von Teheran. Groß ist der Kontrast nicht nur zur sterilen weißen Hochhaussiedlung am gegenüberliegenden Hügel, sondern auch zu ihrem Heimatdorf. Immer wieder schneidet Mahmoud Ghaffari Bilder dieses verlassenen Dorfs im Wechsel der Jahreszeiten von grünen Wiesen bis zur verschneiten Landschaft dazwischen. – Kommentarlos werden so Gegensätze einander gegenübergestellt, auf explizite Wertung verzichtet Ghaffari

Morteza spielt schon mit dem Gedanken einer Rückkehr aufs Land, doch seine Frau will nichts davon wissen. Sie hofft in der Stadt durch Bildung wenigstens ihren Kindern ein besseres Leben ermöglichen zu können.

In der Schulklasse von Saeeds kleinerem Bruder Mahdi beauftragt die Lehrerin jede Schüler*in am Tag, an dem ein bestimmter Buchstabe gelernt wird, etwas dazu Passendes aus dem Beruf des Vaters mitzubringen. Der Sohn des Milchverkäufers soll so bei der Besprechung von "M" Milch mitbringen und Mahdi bei der Besprechung von "A" für jeden Schüler einen Apfel.
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Kritiken

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