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Bones And All

US 2022, OV/df, 130', Regie: Luca Guadagnino, mit Tylor Russell, Timothée Chalamet, Mark Rylance

Bones And All

Filmkritik von Walter Gasperi

Luca Guadagnino beweist mit seinem romantischem Horror-Drama um ein junges Pärchen mit kannibalistischem Drang erneut, wie meisterhaft er es versteht, Bilder mit Emotionen und Spannung aufzuladen: Coming-of-Age-Geschichte, Roadmovie, zärtlicher Liebesfilm und blutiger Body-Horror gehen bruchlos ineinander über.

Nachdem Luca Guadagnino mit "Call Me By Your Name" ein betörendes Meisterwerk über die erste – queere - Liebe gelang, hat er sich nach seinem Remake von Dario Argentos Horror-Klassiker "Suspiria" nun Camille DeAngelis Jugendbuch "Bones and All" vorgenommen. Wie eine Verbindung seiner beiden früheren Filme wirkt dabei sein neuer Film, wenn eine zärtliche Liebesgeschichte zweier junger Erwachsener mit blutigem Body-Horror verknüpft wird. Die Möglichkeit dazu bietet der Umstand, dass sie beiden Protagonist*innen an kannibalistischem Drang leiden

Ziemlich abgefahren wirkt dieser Stoff, doch Guadagnino erzählt davon mit größter Selbstverständlichkeit und Ernst. Wie er diesen Drang in der ganz alltäglichen Welt verankert und ihn nicht auf die beiden Protagonist*innen beschränkt, erinnert dabei an Tomas Alfredsons "Let the Right One In – So finster die Nacht", in dem ein Vampirmädchen in einem schwedischen Wohnblock einzieht

Guadagnino fackelt nicht lange, sondern lässt den Film unvermittelt damit beginnen, dass die 18-jährige Maren (Taylor Russell), die neu an der Schule ist, von einer Klassenkameradin zum Übernachten eingeladen wird. Heimlich schleicht sie sich nachts aus dem Trailerpark ins Haus der Freundin. Ein netter Abend scheint es zu werden, doch als die Freundin Maren den frischen Nagellack zeigen will, beißt diese ihr in den Finger und lässt nicht davon ab, bis sie zwei andere Mädchen abwehren können

Als sie blutüberströmt nach Hause kommt, ist der Vater geschockt, weiß aber schon, was passiert ist, denn dies ist nicht der erste derartige Vorfall. Deshalb sind sie offensichtlich auch schon mehrfach umgezogen, doch nun ist es dem Vater endlich zu viel. Heimlich verlässt er Maren, lässt nur ihre Geburtsurkunde und eine Kassette zurück, in der er seiner Tochter von ihren bis in die frühe Kindheit zurückreichenden kannibalistischen Aktivitäten erzählt

In der Geburtsurkunde findet Maren aber auch den Namen und den Geburtsort ihrer Mutter, die sie nun suchen will. So beginnt ein Roadtrip durch die USA, den Inserts der Kürzel der jeweiligen Bundesstaaten von Virginia über Maryland bis Kentucky und Minnesota strukturieren. Auf der Reise trifft Maren bald auch den älteren Sully (Mark Rylance), der ebenfalls Kannibale - oder "Eater" - ist und von dem sie erfährt, dass es mehrere Menschen mit diesem Drang gibt und dass man sie riechen kann.

Doch Maren traut dem schrulligen Mann, der stets einen Hut mit Feder trägt, nicht und verlässt ihn heimlich. Wenig später begegnet sie dem jungen ebenfalls kannibalistischen Lee (Timothée Calamet). Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Marens Mutter, besuchen aber auch Lees jüngere Schwester und auch Sully lässt sich nicht so leicht dauerhaft abschütteln.
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Kritiken

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- Gianluca Izzo für outnow.ch - Christoph Petersen für filmstarts.de
- Andreas Scheiner für nzz.ch - Jens Balkenborg für epd-film.de
- Suad Demiri für srf.ch - Owen Gleiberman für variety.com
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Warner Bros.

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