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Avec Amour Et Acharnement

FR 2022, F/d, 116', Regie: Claire Denis, mit Juliette Binoche, Vincent Lindon, Grégoire Colin, Issa Perica, Bulle Ogier

Avec Amour Et Acharnement

Filmkritik von Walter Gasperi

Juliette Binoche und Vincent Lindon brillieren als langjähriges glückliches Paar, dessen Beziehung durch die Begegnung mit einem früheren Geliebten erschüttert wird: Meisterhaftes und intensives, zwischen Liebesfilm und Thriller changierendes Drama von Claire Denis.

Schon 2017 hat Claire Denis mit Juliette Binoche mit "Un beau soleil intérieur" einen romantischen Liebesfilm gedreht. Im Gegensatz zu diesem komödiantischen Spiel, zu dem wie zu "Avec amour et acharnement" die Schriftstellerin Christine Angot die Vorlage lieferte, schlägt Denis in diesem aufgrund der Mund-Nasen-Masken unübersehbar in der Corona-Zeit spielenden Film aber ernstere Töne an.

Pures Glück beschwören die ersten Bilder mit einem Urlaub von Sara und Jean am Meer. Die Kamera von Éric Gautier fängt das Glitzern des Wassers ebenso ein wie in den Großaufnahmen die Vertrautheit des Paares. Man spürt in den Blicken und Berührungen die innige Liebe von Jean und Sara.

Vom Meer über die Heimkehr mit der Metro bis zum Öffnen der Post in der Pariser Wohnung kommt Denis rund sechs Minuten lang ohne Dialog aus. Erst mit einem Anruf von Jeans Mutter (Bulle Ogier) wird diese Wortlosigkeit beendet. Ein intensiver Kontakt zwischen Mutter und Sohn besteht, denn die Mutter kümmert sich um Jeans Sohn, seit seine Ex-Frau auf die Antillen zurückgekehrt ist und er eine Haftstrafe verbüßte.

Offen bleibt bis zum Ende des Films, wieso der ehemalige Rugby-Spieler im Gefängnis saß. Jetzt versucht er jedenfalls wieder im Leben Fuß zu fassen. Auch die Haftstrafe hat der fast zehnjährigen Beziehung zur Radiomoderatorin Sara nichts anhaben können. Erst langsam erfährt man, dass einst gerade Saras damaliger Geliebter Francois (Grégoire Colin) die beiden zusammenbrachte.

Als Sara Francois zufällig auf der Straße sieht, ist ihre Verunsicherung im Blick Juliette Binoches spürbar. Noch mehr ist es aber die Musik der britischen Band Tinderstick, die seit 25 Jahren zu den fixen Mitarbeitern von Claire Denis zählt, die immer wieder im alltäglichen Setting für Thrillerstimmung sorgt.

Denn zu diesem Blick Saras auf Francois, den dieser scheinbar nicht bemerkt, kommt bald, dass Francois Jean mit einem Jobangebot kontaktiert. Waren sie einst beste Freunde, so ist ihre Beziehung aufgrund von Sara zerbrochen. Naheliegend ist auch, dass Francois den Kontakt zu Jean sucht, um näher an Sara heranzukommen. – Und bald ist diese auch zerrissen zwischen den beiden Männern.

Ihrer zunehmenden Zerrissenheit steht Jeans wachsende Verunsicherung gegenüber, die schließlich in heftige Eifersucht mündet. Dazu belastet ihn auch die Sorge um seinen Teenager-Sohn, der nicht nur Ärger in der Schule hat, sondern auch sonst auf die schiefe Bahn zu geraten droht.
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