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Kino Xenix: [Oktober 2020] Das Kino der Nullerjahre

Kino Xenix: [Oktober 2020] Das Kino der Nullerjahre

von: Kino Xenix; aufgeschaltet am 01.10.2020 11:50

Nachdem unser April-Programm dem Ausbruch des Coronavirus zum Opfer gefallen ist, kommt es nun unverändert und in seiner ganzen Heftigkeit doch noch ins Xenix!


Das Kino der Nullerjahre

Während sich die Filmfeuilletons nach dem Jahreswechsel partout mit den Zehnerjahren beschäftigten, obwohl noch nicht einmal alle Produktionen des letzten Jahres im Kino zu sehen waren, haben wir uns die vorangegangene Dekade vorgenommen, um – mit gebührender zeitlicher Distanz – Rückschau auf das Kino der Nullerjahre zu halten. Auf ein filmisches Jahrzehnt, das vom Amoklauf an der Columbine High School und den Terroranschlägen von 9/11 entscheidend geprägt wurde. Sowie vom unabhängigen asiatischen Kino, das bereits kurz nach der Jahrtausend-wende mit noch nie da gewesener Vehemenz in die europäischen wie US-amerikanischen Säle drängte und seinen Einfluss im Westen nachhaltig geltend machte.

Die Frage, welches nun die einflussreichsten beziehungsweise besten Filme der Nullerjahre sind, ist natürlich nicht abschliessend zu beantworten. Ganz sicher und für immer in die emotionale Erinnerung eingebrannt haben sich die vom sehnsuchts-vollen musikalischen Hauptthema unterlegten Zeitlupenbilder in Wong Kar-wais betörendem Melodrama In the Mood for Love. Und auch die melancholische Verlorenheit zweier in einem anonymen Hotel – nicht zufälligerweise in Tokio – gestrandeter Seelenverwandter in Sofia Coppolas Lost in Translation. Durch seine ausgefeilte Erzähltechnik aufgedrängt hat sich Christopher Nolans brillantes Kriminalstück Memento. Früh waren auch drei Filme gesetzt, die nicht nur aufgrund ihrer vertrackt-originellen Story fesseln, sondern die auch bestens gealtert sind: Michel Gondrys grandiose emotionale Achterbahnfahrt Eternal Sunshine of the Spotless Mind, Ursula Meiers bestechende existentialistische Groteske (sie ist noch vieles andere mehr) Home und Dogtooth, Yorgos Lanthimos’ höchst eigen-willige, im Kosmos einer hermetisch abgeriegelt lebenden Familie angesiedelte Parabel auf das Prinzip totaler Herrschaft. Wenn man ausserdem im Zusammenhang mit dem Kino der Nullerjahre von Bildern und Einstellungen schreibt, die man so im Film noch nicht gesehen hat, dann kommt man nicht um Ang Lees Luftkampfballett-ode Crouching Tiger, Hidden Dragon sowie das jegliche Genreschubladen spren-gende zweiteilige Racheepos Kill Bill von Quentin Tarantino herum. Und den Film, der zu Beginn des neuen Jahrtausends die Selbstermächtigung zweier junger Frauen zelebrierte und damit dem etablierten, publikumsorientierten Filmschaffen einen Fusstritt in die Eingeweide versetzte: Baise-moi von Virginie Despentes und Coralie Trinh Thi. Nach diesem Streifen war denn auch für einige Zeit nichts mehr wie zuvor!

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Programm Oktober 2020 im Kino Xenix