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Titane

FR 2021, OV/d, 108', Regie: Julia Ducournau, mit Vincent Lindon, Agathe Rousselle, Garance Marillier

Titane

Streaming - Release: 7.2.22 auf cinefile.ch

Festival de Cannes 2021: Goldene Palme

Filmkritik von Walter Gasperi

Bodyhorror und Serienkillerfilm, Genderthematik und Mensch-Maschine-Beziehung. – Julia Ducournau bietet mit ihrem Siegerfilm von Cannes provokatives und aufregendes Kino, das freilich auch das Publikum spalten wird.

Im Schnitt nur 1,6 von möglichen vier Sternen erhielt "Titane" bei den Filmfestspielen von Cannes im Kritikerspiegel der britischen Fachzeitschrift Screen International. Wie kein zweiter polarisierte Julia Ducournaus nach "Raw" zweiter Spielfilm und dennoch vergab die von Spike Lee geleitete und mehrheitlich weiblich besetzte Jury an keinen Konsensfilm die Goldene Palme, sondern an dieses aufregende, Grenzen sprengende Werk.

Von Anfang entwickelt "Titane" einen Sog und einen Drive, dem man sich nicht entziehen kann. Mit einer Kamerafahrt über Schläuche und einen Motor mit tropfendem Öl, bei der man durch die Nähe keinen Überblick gewinnt, ist man schon mitten drin in "Titane".

Von diesen Detailaufnahmen schneidet die 38-jährige Französin auf die Autofahrt eines Vaters mit seiner etwa sechsjährigen Tochter. Die Country-Musik aus dem Autoradio versucht das Mädchen mit imitierten Motorengeräuschen zu übertönen. Als der Vater die Musik lauter dreht, beginnt sie ihn mit Tritten gegen den Fahrersitz zu provozieren und führt mit seiner daraus resultierenden Unkonzentriertheit einen Unfall herbei. Beide überleben, doch Alexia wird über dem Ohr eine Titanplatte in den Schädel implantiert.

Mit einem Schnitt werden gut 20 Jahre übersprungen und so hart wie Titan und unfähig zu Gefühlen scheint auch Alexia (Agathe Rousselle), die während des ganzen Films kaum ein Wort spricht, selbst zu sein. Bei Automessen räkelt sie sich zwar lasziv auf den Boliden, scheint mit diesen zu verschmelzen, doch hartnäckige Autogrammjäger weist sie, wenn sie übergriffig werden, nicht nur ab, sondern ersticht sie unvermittelt mit einer Haarnadel.

Während sie sich wohl aufgrund der Platte in ihrem Kopf zu Metall hingezogen fühlt und – im wahrsten Sinn des Wortes - Sex mit einem Auto hat, dessen Folgen sich bald zeigen, enden ebenso wie Kontakte mit Männern auch Annäherungen an Frauen in drastischer Gewalt. Weil bald ein Phantombild von ihr erscheint, wechselt sie ihre Identität und gibt sich als ein vor Jahren verschwundener Junge aus. Als sie dessen Vater (Vincent Lindon), einem Feuerwehrkommandanten, vorgestellt wird, behauptet er, dass dies sein Sohn sei und nimmt sie – oder nun ihn – auf.
Weiter zur ganzen Filmkritik auf film-netz.com

Kritiken

National International
- Yannick Bracher für outnow.ch - Joachim Kurz für kino-zeit.de
- Patrick Heidmann für cineman.ch - Frédéric Jaeger für critic.de
- Matthias Lerf für tagesanzeiger.ch - Katja Nicodemus für zeit.de
- Susanne Gottlieb für nzzas.ch - Jonathan Romney für screendaily.com
- Michael Sennhauser in sennhausersfilmblog.ch - Boyd van Hoeij für hollywoodreporter.com
   
Verleiher
Agora Films

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