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Plastic Planet

AT 2009, 95 Min., D, Regie: Werner Boote, Dokumentarfilm

Plastic Planet

Rezension von Geri Krebs

Der Österreicher Werner Boote setzt sich in seinem Dokumentarfilm mit der Allgegenwart und den Gefahren von Plastik auseinander.

„Wenn Sie diesen Film gesehen haben, werden Sie nie wieder aus einer Plastikflasche trinken“, umreisst der Werbetext des Verleihers die Wirkung dieses investigativen Dokumentarfilms. Und man fragt sich, warum bisher noch niemand auf die Idee kam, sich der Auswirkungen eines Materials anzunehmen, das seit einigen Jahrzehnten all unsere Lebensbereiche durchdringt. Es sind in der Tat erschreckende Fakten, die Regisseur Werner Boote in gut 90 Filmminuten zusammenträgt. In Gesprächen mit nicht weniger als 16 Interviewpartnern, unter ihnen Wissenschaftler, Forscher, Künstler und Industrielle wie etwa John Taylor, ehemaliger Präsident des Verbandes europäischer Kunstsstofferzeuger, fördert der Film Erschreckendes zu Tage: So etwa die Tatsache, dass sich heute in den Weltmeeren eine Menge an mikroskopisch kleinen Partikeln von zersetztem Plastik befindet, die jene des Planktons um ein Vielfaches übersteigt, und die zur fortschreitenden Vergiftung von Fischbeständen führt. Genährt wird diese biologische Zeitbombe von einem bereits in den 1990er Jahren entdeckten Plastikmüllteppich, der durch Meeresströmungen entstand, im nördlichen Pazifik treibt und mittlerweile die Fläche eines Kontinents mit Ausmassen umfasst, die etwa das Vierfache der Fläche Deutschlands beträgt.

„Plastic Planet“ präsentiert derartige, kaum bekannte Fakten in einer Art, bei der sich Werner Boote selber einbringt und die bisweilen an Michael Moore erinnert, aber ohne die Schaumschlägerei und aufdringliche Selbstinszenierung des Amerikaners auskommt.
Dabei ist es ein Phänomen, dass das kleine Österreich mit Regisseuren wie Erwin Wagenhofer, Helmut Glawogger, Hubert Sauper oder Nikolaus Geyrhalter über ein schier unerschöpfliches Reservoir engagierter Dokumentarfilmer verfügt, die es in ihren Filmen schaffen, komplexe umwelt- und sozialpolitische Zusammenhänge in so allgemein verständlicher wie filmisch stimmiger Weise einem breiten Publikum näher zu bringen. Nun erscheint mit dem 1965 in Wien geborenen Werner Boote, der bis anhin vor allem im Bereich von Fernsehdokumentationen und Musikfilmen über Stars wie etwa Andrea Bocelli tätig war, ein neuer Name. „Plastic Planet“ ist das Ergebnis einer fast zehn Jahre dauernden Recherche über ein Thema, bei dem Boote familiär vorbelastet scheint, denn sowohl Vater wie Grossvater des Regisseurs hatten in der Kunststoffindustrie gearbeitet. Darauf kann Werner Boote aufbauen, wenn er sein Publikum auf einen wahnwitzigen Parcours durch eine erschreckende Realität schickt.
(Geri Krebs)

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Offizielle Website Verleiher
www.plastic-planet.at Praesens

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