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Neu

Roubaix, Une Lumière

FR 2019, F/d, 119 Min., Regie: Arnaud Desplechin, mit: Roschdy Zem, Sara Forestier, Léa Seydoux

Der ausgefuchste Chefkommissar Daoud, eine emphatische Vaterfigur, leitet mit Hilfe des unerfahrenen und christlich-gläubigen Louis die Untersuchung eines Mordfalls an einer alten Frau. Die Ermittlungen konzentrieren sich bald auf Claude und Marie, die drogen- und alkoholabhängigen Nachbarinnen der Ermordeten.

Ask Dr. Ruth

US 2019, 100 Min., OV/df, Regie: Ryan White, mit Ruth Westheimer, Dokumentarfilm

Filmkritik von Tereza Fischer

«Hello, you’re on the air.» Dieser Satz, gesprochen in der unvergleichlich krächzenden Stimme von Dr. Ruth Westheimer mit dem auffälligen deutschen Reibe-R, weckt bei den nicht mehr ganz Jungen unter uns nostalgische Erinnerungen an die Sendungen der berühmtesten Sextherapeutin der USA.

 

Aktuell

Die fruchtbaren Jahre sind vorbei

CH 2019, CH-Dial., 90 Min., Regie: Natascha Beller, mit Michèle Rohrbach, Sarah Hostettler, Anne Haug, Beat Schlatter

Filmkritik von Andreas Scheiner

Alle mal herhören. In der Babyabteilung steigt die kinderlose Singlefrau Leila auf den Ladentisch und verkündet laut und trotzig: «Ich, Leila Emilia Leona Tanner, werde Mami. Ich bekomme ein Kind, einen Mann und eine Katze. Vielleicht sogar zwei Katzen. Und ein Haus mit Garten und Apfelbaum. Ich gründe eine Familie, meine eigene Familie.» Sie ballt die Faust zum Himmel wie «Braveheart» William Wallace, bevor er in die Schlacht zieht, und leistet einen Schwur: «Vor meinem 35. Geburtstag werde ich schwanger sein.» Darauf regnet es goldene Konfetti.

For Sama

SY 2019, 95 Min., OV/df, Regie: Waad al-Kateab, Edward Watts, Dokumentarfilm

Waad al-Kateab studiert im syrischen Aleppo Wirtschaftswissenschaften, als die Menschen auf die Strasse gehen und Freiheit einfordern. Während den Demonstrationen lernt sie den Arzt Hamza kennen, die beiden heiraten und bekommen eine Tochter: Sama. Ihr schreibt sie diesen filmischen Brief, denn mit ihrer Kamera dokumentierte Waad in den Jahren seit dem Aufstand gegen den Diktator Assad das Leben und Sterben in Aleppo.

 

Grâce à Dieu

FR 2019, 137 Min., F/d, Regie: François Ozon, mit Melvil Poupaud, Swann Arlaud, Denis Ménochet

Internationale Filmfestspiele Berlin 2019: Grosser Preis der Jury

Filmkritik von Philipp Brunner

«Wir wussten es alle, aber wir haben geschwiegen.» Vielleicht ist es diese Dialogzeile, die am besten auf den Punkt bringt, worauf François Ozons neuster Film hinzielt: darauf, endlich das Schweigen über die sexuellen Übergriffe an Kindern durch Priester der katholischen Kirche zu beenden.

Joker

US 2019, OV/df, 121 Min., Regie: Todd Philips, mit Joaquin Phoenix, Robert De Niro, Zazie Beetz

Biennale Venedig 2019: Goldener Löwe

Filmkritik von Lukas Foerster

«You talkin’ to me?»: Robert De Niros herausfordernder Blick in den Spiegel ist die berühmteste Szene aus Martin Scorseses Taxi Driver, wenn nicht des gesamten Hollywoodkinos der 1970er Jahre.

 

Nurejew - The White Crow

UK 2019, OV/df, 127 Min., Regie: Ralph Fiennes, mit Oleg Ivenko, Adèle Exarchopoulos, Ralph Fiennes

In den 1950er Jahren avanciert Rudolf Nureyev zum größten Ballettstar der Sowjetunion. Er wird von dem kommunistischen Reich vereinnahmt, doch er fühlt sich dort nicht wohl. Er ist zwar längst auch im Westen berühmt, doch die große Karriere dort ist ihm nicht möglich.

Once Upon A Time... In Hollywood

US 2019, OV/df/D, 165 Min., Regie: Quentin Tarantino, mit Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Margot Robbie

Filmkritk von Tereza Fischer

Vor Beginn des Films liessen Quentin Tarantino und seine Produzenten den anwesenden Journalist_innen ausrichten, sie mögen in ihren Kritiken bitte nicht allzu viel verraten. Alle, die den Film sehen wollen, sollen ihn so sehen wie wir heute. Dies erntete sowohl Buhrufe als auch Applaus. Und liess vermuten, dass der Film um eine zentrale Idee herum gebaut ist.

 

Parasite

KR 2019, OV/df, 132 Min., Regie: Bong Joon Ho, mit Song Kang-Ho, Sun-kyun Lee, So-Dam Park

Filmkritik von Till Brockmann

Der Familie von Vater Ki-taek fehlt es nicht an praktischem Sinn: Wenn die Strasse vor ihrer Kellerwohnung gegen Insekten desinfiziert wird, lassen sie die ebenerdigen Fenster sperrangelweit offen.

Systemsprenger

DE 2019, D, 118 Min., Regie: Nora Fingerscheidt, mit Helena Zengel, Albrecht Schuch, Gabriela Maria Schmeide, Lisa Hagmeister

Filmkritik von Katrin Doerksen

«Keine Sorge, das ist Sicherheitsglas», wiegelt ein Erzieher ab, aber als das nächste Bobbycar mit voller Wucht gegen die Fensterscheibe prallt, springt das Glas doch. Schuld ist Benni, eigentlich Bernadette, aber den Namen hasst sie.

 

Letzte Tage

Der nackte König

CH 2019, D, 108 Min., Regie: Andreas Hoessli, Dokumentarfilm, erzählt von Bruno Ganz

Filmkritik von Doris Senn

Wie kommt es zu einer Revolution? Was macht sie mit den Menschen? Weshalb lässt sich das von Aufbruch und Selbstbestimmung geprägte Lebensgefühl in aller Regel nicht in die Zeit danach überführen? Der Dokumentarfilm Der nackte König – 18 Fragmente über Revolution von Andreas Hoessli geht diesen Fragen anhand zweier Revolutionen nach, die unabhängig und weit entfernt voneinander Ende der Siebzigerjahre stattfanden.

Dolor y Gloria

ES 2019, OV/df, 113 Min., Regie: Pedro Almodóvar mit Penélope Cruz, Antonio Banderas, Julieta Serrano

Filmkritik von Doris Senn

Wie Pedro Almodóvar es immer wieder schafft, einen ureigenen Kosmos zu kreieren und uns – trotz bekannten Versatzstücken – in seinen Bann zu schlagen, geschmeidig Vergangenheit und Gegenwart ineinanderfliessen zu lassen und disparate Erzählstränge auf wundersame Art miteinander zu verknüpfen, ist erstaunlich. So einmal mehr in Dolor y gloria.

 

L'Adieu à la Nuit

FR/DE 2019, 102 Min., F/d, Regie: André Téchiné, mit Catherine Deneuve, Oulaya Amamra, Kacey Mottet Klein

Filmkritik von Lukas Foerster

Mit einer Sonnenfinsternis fängt es an, einem jedem menschlichen Handeln unzugänglichen Naturereignis, das den Tag zur Nacht macht und das, so warnt Youssef seine Geschäftspartnerin Muriel, ein menschliches Auge, das es ungeschützt anblickt, verbrennen kann. Die Filmkamera jedoch hält mehr aus, sie schwebt nach oben, über die blühenden Kirschbäume hinweg, unter denen die beiden in der ersten Szene des Films spazieren, und blickt direkt auf den gleissenden Lichtreif am Himmel

Le Miracle du Saint Inconnu

MA 2019, 100 Min., OV/df, Regie: Alaa Eddine Aljem, mit Hassan Ben Bdida, Anas El Baz, Mohamed Naimane

Amine rennt mit einer Tasche voller Geld durch die Wüste. Kurz nachdem er seine Beute vergraben hat, wird er verhaftet. Zehn Jahre später kehrt er zurück und erkennt den Ort kaum noch. Ein Mausoleum wurde über dem «Grab» errichtet, Pilgerscharen strömen herbei, um den «Unbekannten Heiligen» zu würdigen. Wie bloss kommt Amine wieder zu seinem Geld? Die Komödie aus dem Maghreb ist mit wüstentrockenem Humor erzählt.

 

Yao

FR 2019, OV/d, 104 Min., Regie: Philippe Godeau, mit Omar Sy, Fatoumata Diawara, Lionel Louis Bass, Germaine Acogny

Yao würde alles tun, um seinen Helden zu treffen: den berühmten französischen Schauspieler Seydou Tall.