RUBRIKEN

KINO

UNTERSTÜTZE UNS

Damit wir das Projekt 451° Filmportal aufrecht erhalten können, sind wir auf deine Spende angewiesen. Vielen Dank!

PARTNER

The Kindergarten Teacher

US 2018, OV/df, 96 Min., Regie: Sara Colangelo, mit Maggie Gyllenhaal, Gael García Bernal, Ato Blankson-Wood, Libya Pugh

The Kindergarten Teacher

Filmkritik von Philipp Brunner

Von den Gyllenhaal-Geschwistern ist Maggie die ältere und weniger bekannte. Während ihr Bruder Jake deutlich früher in grösseren Parts zu sehen war, musste sie lange mit Nebenrollen vorliebnehmen.

Das änderte sich spätestens 2014, als sie in Hugo Blicks Miniserie The Honourable Woman das vielschichtige Porträt einer Frau lieferte, die umso näher an ihre eigenen Abgründe gerät, je mehr sie Gutes tun will. Nun verkörpert sie in The Kindergarten Teacher, dem Zweitling von Sara Colangelo, die New Yorker Vorschullehrerin Lisa – eine Figur, die mit der Figur der ehrenwerten Nessa Stein aus der Serie einiges gemeinsam hat.

Freilich ist das Milieu jetzt ein komplett anderes: War Nessa noch die wohlhabende Philanthropin, die einem weltumspannenden Imperium vorstand, arbeitet Lisa in einem ganz und gar unglamourösen Kindergarten, wo sie Fünfjährigen das Alphabet beibringt. Auch ihrem Privatleben ist der Glanz abhandenge­kommen: In ihrer Ehe vereinsamt, von ihren Teenagerkindern kaum beachtet, ist Lisa so bedürftig wie die kümmerliche Sonnenblume, die sie im Fenster des Schulzimmers platziert. Der Abendkurs in kreativem Schreiben, den sie belegt, ist keine Hilfe: Trägt sie eine ihrer Schriftproben vor, erntet sie nachsichtiges Lächeln.

Als sie in der Schule zufällig mitbekommt, wie einer ihrer Schützlinge spontan ein Gedicht fabriziert, ändert sich schlagartig alles. Es ist wie ein Erweckungserlebnis: Erschüttert vom Potenzial des Jungen beginnt sie ihn umgehend zu fördern – und kommt noch im selben Augenblick vom Weg ab. Denn von nun an lässt sie den kleinen Jimmy nicht mehr aus den Augen und auch nicht mehr in Ruhe. Sie stürzt sich förmlich auf ihn, überfordert ihn mit populärwissenschaftlichen Überlegungen zu literarischen Perspektiven und Ähnlichem. Zunächst zelebriert sie ihre Entdeckung noch mit heiligem Ernst, feiert jede Äusserung des Wunder­kindes als «Werk», das es sorgsam zu bewahren gilt. Doch ihre Anteilnahme wird im Nu zur Obsession. Und damit nicht genug: In der Abendschule gibt sie Jimmys Verse als ihre eigenen aus, erhält zum ersten Mal seit langem Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Lob. Natürlich kann es nicht lange gut gehen.
Weiter zur ganzen Filmkritik auf filmbulletin.ch

Kinos

Zürich Bern Basel Winterthur    
   
           

Kritiken

National International
- Irina Blum für cineman.ch - Dennis Harvey für variety.com
  - Tomris Laffly für rogerebert.com
  - Jordan Hoffman für theguardian.com
  - Simi Horwitz für filmjournal.com
   
Verleiher
Outside The Box

Kommentare

Um deine Meinung publizieren zu können, musst du dich anmelden oder - als Neuabonnent - registrieren.