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Joker

US 2019, OV/df, 121 Min., Regie: Todd Philips, mit Joaquin Phoenix, Robert De Niro, Zazie Beetz

Joker

Biennale Venedig 2019: Goldener Löwe

Filmkritik von Lukas Foerster

«You talkin’ to me?»: Robert De Niros herausfordernder Blick in den Spiegel ist die berühmteste Szene aus Martin Scorseses Taxi Driver, wenn nicht des gesamten Hollywoodkinos der 1970er Jahre.

Jedenfalls verwundert es nicht, dass Todd Phillips in Joker, einer als Superhelden-, beziehungsweise Superschurken-Origin-Story verkleideten Hommage an De Niro, Scorsese und New Hollywood, diesen Blick gleich mehrmals zitiert. In gewisser Weise ist das der Dreh- und Angelpunkt des gesamten Films: ein Mann alleine vor dem Spiegel. Gleich in der ersten Szene blickt Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) auf seine Reflektion und versucht verzweifelt, ein Lächeln auf sein Gesicht zu zwingen. Schon hier zeigt sich freilich eine Differenz zu Scorsese: Wo sich Travis Bickle mit dem imaginären Überschuss des Spiegelbilds, das ihm entgegentritt, fehlidentifiziert, ist sein eigener Anblick für den späteren Joker ganz im Gegenteil ein Makel, den es zu korrigieren, beziehungsweise zu transzendieren gilt. Für Fleck wird gerade die Tatsache, dass er sich keine Illusionen über seine reale Lage macht, zum Verhängnis. Die Arbeit am Selbstbild führt auf geradem Weg ins Chaos.

Fleck befindet sich in dieser ersten Szene in der Garderobe einer Agentur für Partyclowns, bei der er angestellt ist. Es folgen Szenen eines ziemlich deprimierenden, prekären Grossstadtalltags, gezeichnet in den rostig-matten Farben New Hollywoods: Ein schon für sich selbst demütigender Arbeitseinsatz endet für Fleck mit einer Tracht Prügel, woraufhin er auch noch von seinem Boss zusammengefaltet wird; selbst seine allesamt ähnlich perspektivlosen Clown-Kollegen haben nur Spott für ihn übrig. Geknickt schleicht er durch schmutzig-feuchte Strassen (der Film gibt sich nicht die geringste Mühe, sein «Gotham City» nach etwas anderes als dem hauptsächlichen Drehort New York aussehen zu lassen) und während einer Busfahrt jagt er einem kleinen Jungen, der ihn zunächst neugierig angeschaut hatte, mit einem wüsten Lachanfall Angst und Schrecke ein. Diese unkontrollierbaren Lachattacken sind nur die offensichtlichsten Anzeichen einer schweren psychischen Störung; lediglich eine ganze Batterie von Psychopharmaka hält ihn einigermassen über Wasser.
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