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Vorschau 13. Internationale Kurzfilmtage Winterthur. Von Irene Genhart

Vorschau 13. Internationale Kurzfilmtage Winterthur. Von Irene Genhart

Kurz, witzig, pointiert – und für einmal auch ziemlich politisch

Zum 13. Mal finden vom 4.-8. November 2009 die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur statt. Ein erster Blick aufs wie immer reichhaltige Programm verspricht viel kurze Weile und erläuternde Einblick in die Geschichte des politischen Kurzfilms in der Schweiz.

Die Tage werden kürzer, die Nächte länger. Bevor der Weihnachtsrummel die Menschen ganz in Banne zieht, strebt das Schweizer Filmfestivaljahr seinem goldenen Schlusspunkt entgegen: Den Internationalen Kurzfilmtagen von Winterthur. Vom 4.-8. November finden diese statt; haftete ihnen in den Anfängen der Touch eines von einer Gruppe passionierter Filmliebhaber in Fronarbeit ins Leben gerufenen Underground- und Avantgarde-Anlasses an – so präsentieren sie sich in ihrer 13. Edition als prosperierender Event von internationalem Renommée.

Thematisch beschäftigt man sich in Winterthur anno 2009 schwergewichtig mit Kurzfilm-Politischem. So wird in einem hübsch urtümlich „Ufmüpferli“ betitelten Doppel-Programm die Geschichte des politischen Kurzfilms in der Schweiz von 1934 – 2008 beleuchtet. Das Programm „Freitagsmagazin“ rückt einige der heissesten Beiträge aus der ersten – notabene selbstverständich als skandalös verschrienen - politische Satire-Sendung des Schweizer Fernsehens ins Licht der Leinwand; in einem für Freitagabend anberaumten Podium gleichen Namens diskutiert eine illustre Gästerunde mit u. a. dem Komiker Victor Giacobbo und Ex-SF-Direktor Peter Schellenberg die Frage, wie viel Provokation es im öffentlich-rechtlichen Fernsehen heute ertrage. Dass auch die anderen Spezialprogramme, die Winterthur dieses Jahr präsentiert, – etwa die zusammen mit look&roll zusammengestellte Selektion von kurzen Filmen um Menschen mit Behinderungen oder die kritischen Kurzdokus der Sarajevo Documentary School – ihre politische Komponenten enthalten, versteht sich. In Winterthur zu Gast ist der Ire Ken Wardrop, der mit seinen unkonventionellen Kurzdokus die letzten Jahre weltum für Furore sorgte; auch nach Winterthur geladen ist das Baskenland als eine der produktivsten Kurzfilmregionen Europas.

Kurzweilig, abwechslungsreich und vielversprechend klingt das, das eigentliche Herzstück von Winterthur aber ist nach wie vor der Wettbewerb. In sechs internationalen und drei nationalen Programmblöcken buhlen 21 Schweizer Produktionen und 41 Filme anderer Provenienz um Preisgelder von insgesamt 38‘000 CHF, zum ersten Mal vergeben wird im Schweizer Wettbewerb ein Sachpreis für die beste Kameraarbeit. Dass man im Winterthurer Wettbewerb das Tollste vom Neusten präsentiert ist man sich schuldig – und durfte man sich als Schreiberling anhand einiger „Gluschterlis“ vorab versichern. Mein persönlicher Favorit 2009 ist Laurie Hills wunderbar ironischer Animationsfilm „Photograph of Jesus“, der ausgehend von tatsächlich ans Hulton Archive gerichteten Rechercheaufträgen nebst etlichen anderen Kuriositäten das erste Foto von Jesus sowie einen ausgeprochen sportlichen Adolf Hitler als Olympiateilnehmer von 1948 vorführt.
(Irene Genhart)

www.kurzfilmtage.ch