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13th Zurich Film Festival – Vorschau Irene Genhart

13th Zurich Film Festival – Vorschau Irene Genhart

Elf Tage, 15 Kinosäle, 160 Filme, 13 Weltpremieren: Vom 28.9.-8.10.2017 findet das 13th Zurich Film Festival statt. Erwartet wird – wie immer am ZFF – ziemlich viel Prominenz, auch aus Hollywood. Ein Leckerbissen ist das Programm „Neue Welt Sicht: Ungarn“ und unter den 15 am ZFF gezeigten Schweizerfilmen findet sich auch Edmund Heubergers „Das Menschlein Matthias“ von 1941 in neu restaurierter Fassung.

Vom „verflixten“ 13. Jahr sprach Nadja Schildknecht an der Pressekonferenz des diesjährigen Zurich Film Festivals: Man wunderte sich. Zum einen weil Schildknecht und Festival-Mitbegründer und Co-Leiter Karl Spoerri, das sprichwörtlich „verflixte 7. Jahr“ ihrer gemeinsamen Tätigkeit vor sechs Jahren souverän gemeistert haben. Zum anderen, weil, soweit sich solches aus öffentlich zugänglichen Fakten schliessen lässt, das ZFF 2017 nicht schlecht aufgestellt ist: Zu reden wäre da höchstens von Konsolidierung auf hohem Niveau oder von nach wie vor stetem Wachstum. Wobei natürlich eine Erhöhung des Budgets von 7.2 Millionen auf 7.3 Millionen Schweizer Franken keine riesige Marge bedeuten. Und wenn die diesjährige Vergrösserung des Festivalzentrums auf dem Sechseläuten-Platz vertragsrahmenbedingt nur in die Höhe und nicht in die Breite stattfinden darf, muss man hier vielleicht von Verdichtung, statt Wachstum reden. Zugelegt hat das Zurich Film Festival indes bei den Kinosälen. Neu ist auch das von der Neugass Kino AG betriebene Riffraff mit von der Partie und somit expandiert das ZFF in Zürich trendigen Kreis 5; 15 statt wie die letzten Jahre 12 Säle wird man 2017 Jahr bespielen.

Gala-Premieren / Ehrenpreise
Auf dem Programm stehen mit 160 Filmen zwölf weniger als das letzte Jahr. Die wichtigste Sektion, oder diejenige, über welche die Organisatoren (und somit auch die Presse und Publikum) am meisten reden werden, dürften auch dieses Jahr die Gala-Premieren sein. 36 sind es an der Zahl. Die meisten der hier gezeigten Filme kommen später regulär ins Kino, Denis Villeneuves „Blade Runner 2049“ und der Eröffnungsfilm „Borg/McEnroe“ von Janus Merz laufen sogar direkt aus dem Festival heraus, am 5., bzw. 12. Oktober an: Doch die Festivalmacher erwarten zu den Gala-Premieren stets viel Prominenz, auch aus Hollywood, und das macht diese zum Ereignis. Zudem werden vor der Preisverleihung am Samstag 7.10. regelmässig „Awards“ verliehen: Die Schauspielerin Glenn Close, Regisseur/Produzent Rob Reiner, Drehbuchautor Aaron Sorkin, die Schauspieler Jake Gyllenhaal und Andrew Garfield gehören dieses Jahr zu den für ihr Wirken und Werk Ausgezeichneten, ihnen zur Ehre zeigt das ZFF Filme wie „The Wife“, „Stand By Me“, „Steve Jobs“, „Stronger“ und „Breathe“. Ohne in den Genuss eines Ehrenpreises zu kommen haben unter anderen die Festivalteilnahme bereits zugesagt: Alicia Vikander, James Marsden, Moritz Bleibtreu, Birgit Minichmayr, Ali Asgari, und Al Gore, die Liste wird laufend erneuert; die in Zürich ausgerollten Green Carpets werden auch dieses Jahr garantiert nicht leer bleiben.

Drei Wettbewerbe
Das Zurich Film Festival führt seit einigen Jahren parallel drei relativ kleine, nämlich je 12, bzw. 14 Filme umfassende Wettbewerbe durch. Die Preissumme für den Gewinner des „Goldenen Auge“ liegt beim Internationalen Spielfilm- und Dokumentarfilm-Wettbewerb bei je 25‘000 CHF. Im Programm „ Fokus: Schweiz, Deutschland, Österreich“ bekommt der Gewinner 20‘000 CHF, erstmals wird hier auch ein mit CHF 5000 dotierter ökumenischer Filmpreis der Zürcher Kirchen vergeben. Schildknecht und Spoerri definieren das ZFF-Filmprogramm grundsätzlich als „Mischung aus den meisterwarteten Titeln des Jahres und unbekannten Filmperlen“; in den Wettbewerben zeigen sie – für ein internationales Festivals von solcher Grösse erstaunlich wenige – Weltpremieren, dafür umso mehr Filme, die an anderen Festivals Preise gewonnen haben. Es ist dies für die Positionierung des ZFF im internationalen Festivalranking nicht sonderlich förderlich, da haben Premierenfestivals wie Cannes, Berlin, Venedig, Locarno, Sundance die Nase vorn. Doch fürs Publikum ist das ein Glück: Was anderswo bereits Preise holte, kann sozusagen „doppelt geprüft“ so schlecht nicht sein. Zu den diesjährig heissesten Wettbewerbsbeiträgen gehören: Im Spielfilmwettbewerb: „Gook“ von Justin Chon, „Daphne“ von Peter Mackie Burns, Joshua Z Weinsteins „Menashe“, „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ von Martin McDonagh und Julia Solomonoffs „Nadie nos mira“. Bei den Dokumentarfilmen darf man besonders gespannt sein auf „Becoming Who I Was“ von Moon Chang-Yong und Jeon Jin, Rahul Jains „Machines“ und „Motherland“ von Ramona S. Diaz.

Schweizerfilme
Der nebst „Weightless“ (Jaron Albertin, USA) in den internationalen Wettbewerben zweite in Weltpremiere gezeigte ist „Die Gentrifizierung bin ich: Beichte eines Finsterlings“ des Zürchers Thomas Haemmerli. Ebenfalls als in Weltpremiere läuft, im Programm „Fokus: Schweiz, Deutschland, Österreich“ Kaleo La Belles „Fell in Love With a Girl“. Insgesamt 15 Schweizerfilme – nicht mitgezählt Marc Fosters „All I See Is You“ – werden am Zurich Film Festival gezeigt, die meisten von ihnen in Special Screenings. Besonders gespannt sein darf man auf die Uraufführungen: Gabriel Baurs „Glow“, eine in Gesprächen mit Zeitzeugen und anhand bisher kaum je gezeigter Foto- und Filmmaterialien gefertigte Hommage an Zürichs Szenen-Ikone Lady Shiva. Rolf Lyssys Sterbehilfe-Komödie „Die letzte Pointe“ und der letzte Film des im Mai dieses Jahres verstorbenen Walo Deuber („Klassezämekunft“), der in „Giraffen machen es nicht anders – Die Vater-Spur“ seinem ihm unbekannten Vater nachforscht, der nach dem Scheitern seiner Ehe in den 1950er-Jahren im Süden Afrikas verschwand.


Nebensektionen und Besonderes
Abgerundet, bzw. angereichert wird das ZFF mit diversen Nebensektionen und Events. Ein Leckerbissen ist das Programm „Neue Welt Sicht: Ungarn“, das 14 Werke jüngere und jüngste Werke zeigt, so etwa den wunderschönen Berlinale-Gewinner „On Body and Soul“ von Ildiko Enyedi sowie einen Programmblock von fünf Kurzfilmen. Eine einmalige Gelegenheit, einigen „Grossen“ näher zu kommen, sind die „ZFF Masters“: je einstündige Gespräche mit Alicia Vikander, Rob Reiner, Glenn Close und Andy Serkis. Spannend sind sicher auch die „ZFF Talks“, bei denen verschiedene Experten ausgehend von einem Film unterschiedlichste Themen zur Sprache kommen lassen: Ausgehend von „An Inconvenient Sequel: Truth to Power“ von Al Gore etwa den Klimawandel. Auch an die jüngsten Kinobesucher denkt man beim ZFF immer stärker, im Programmblock „ZFF für Kinder“ werden neun neuste Kinderfilme aus Europa gezeigt, damit die Kleinen keine Untertitel lesen müssen, werden die Dialoge live eingesprochen.


Last but not least: ZFF 72
Bleibt zu erwähnen noch „ZFF 72“: Ein Wettbewerb, dessen Teilnehmenden zu einem vorgegebenen Thema innerhalb von 72 Stunden einen Film von maximal 72 Sekunden Länge fertigen müssen. Mitmachen dürfen Filmbegeisterte jeglichen Alters unabhängig von ihrer Erfahrung. Anmeldeschluss ist der 29.9. 2017 12.00h, zu dem Zeitpunkt wird auch das Thema bekanntgegeben.

Infos und Tickets: https://zff.com/de/home/

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