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True Grit

USA 2011, 110 Min., E/df, Regie: Joel und Ethan Cohen, mit Matt Damon, Jeff Bridges, Josh Brolin, Hailee Steinfeld

True Grit

DVD - Release: 30.6.2011

Rezension von Geri Krebs

Der 15. Langspielfilm der Coen-Brüder ist eine erstaunlich gradlinig erzählte und schnörkellos inszenierte Neuverfilmung eines gleichnamigen Western-Romans von Charles Portis. Jeff Bridges in der Hauptrolle als versoffener Marshal glänzt dabei ebenso wie die erst 14-jährige Hailee Steinfeld als seine Begleiterin.

In ihrer Filmografie haben sich die Coen-Brüder schon häufig Stoffen angenommen, die in der jüngeren oder etwas ferneren Vergangenheit angesiedelt waren. Filme, die in der Gegenwart spielen, bilden dagegen im Werk des genialen Brüderpaares eine kleine Minderheit. Allerdings sind sie bei all ihren bisherigen Filmen noch nie so weit in die Vergangenheit zurückgegangen wie bei „True Grit“ (deutsch etwa: „Echter Schneid“). Unter diesem Aspekt, macht es durchaus Sinn, dass „True Grit“ als fast klassischer Western, der wohl genregetreueste Coen-Brüder-Film ist.

Ungleiches Trio auf Mörderjagd

Angesiedelt in den 1870er Jahren in Arkansas, wird hier erzählt, wie die 14-jährige Mattie Ross unbedingt den Tod ihres Vaters rächen will und zu diesem Zweck den abgehalfterten Marshal Rooster Cogburn (Jeff Bridges) engagiert. Da dieser sich jedoch lieber dem Schnaps als der Jagd auf Bösewichte widmet, ist für das so sportliche wie clevere Mädchen klar, dass es den versoffenen Kerl begleiten muss, wenn die Jagd auf den Mörder ihres Vaters erfolgreich sein soll. Nur mit einem Trick schafft sie es schliesslich, sich ihm für die weite Reise durch unwegsames Indianergebiet anzuschliessen, - und die beiden sind auch nicht lange allein, denn auch der schmierige Kopfgeldjäger La Boeuf (Matt Damon) ist auf der Suche nach seinem Glück, und so macht ein sich fast pausenlos streitendes, sehr ungleiches Trio die Prärie unsicher.

Gelungene Western-Wiederbelebung

Bereits 1969, ein Jahr nach seinem Erscheinen, wurde der Roman „True Grit“ von Charles Portis verfilmt. Regisseur war damals Henry Hathaway, ein Mann, der seit Ende der 1950er Jahre den Western noch einmal zu einer Blüte gebracht hatte, und der hier mit einem einäugigen John Wayne in der Hauptrolle ein durch und durch genregerechtes Werk schuf. Ironischerweise lässt sich das Gleiche auch vom „neuen“ „True Grit“ sagen, und die grösste Ironie liegt wohl darin, dass nun ausgerechnet die Coen-Brüder dieses Zombie-Wesen namens Western gewissermassen mit links wieder lebendig werden lassen. Von allen Western-Wiederbelebungsversuchen, die es in den letzen zehn, fünfzehn Jahren gab, ist dieser hier sicher der gelungenste und überzeugendste. Eine weitere Ironie ist, dass mit Jeff Bridges ein Mann als John-Wayne-Nachfolger amtiert, der vor zwölf Jahren bei den Coens als „The Dude“ in „The Big Lebowski“ seinen Weltruhm begründete. Auf jeden Fall ist „True Grit“ nun jener Coen-Film geworden, bei dem der brachiale oder absurde Humor - wie nie vorher - nur äusserst sublimiert und sparsam hingetupft zum Zuge kommt. Szenen, wie etwa jene, wo Jeff Bridges einem Widersacher aus so kurzer Distanz in den Kopf schiesst, dass danach sein eigenes Gesicht von Blutspritzern übersät ist, wirken hier wie ein fernes Echo auf etwas, was mit zum Markenzeichen der Coens gehört. Denn „True Grit“ ist kein Film, der eine derartige Szene zelebriert - im Zentrum steht viel mehr die Weite der Prärie, die Schönheit der Wildnis und das furchtlose Mädchen, das den raubeinigen Männern jederzeit gewachsen ist. Und das ist ja vielleicht durchaus ernst gemeint.

Kritiken

National Internationa
- Brigitte Häring für sennhausersfilmblog.ch - Daniel Kothenschulte für fr-online.de
- Thomas Hutter für outnow.ch - Jessica Braun für zeit.de
- Patrick Heidmann für cineman.ch - Tobias Kniebe für sueddeutsche.de
- Annette Scharnberg für aargauerzeitung.ch - Verena Lueken für faz.net
   
Offizielle Website Verleiher
www.truegritmovie.com www.universalpictures.ch

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